Die Sprache der Seeleute


  1. A-Patente = Erworben auf einer Seefahrtsschule zur Führung eines Schiffes. Es wurden sechs Patente unterschieden:
    A1 = Schiffer auf Küstenfahrt
    A2 = Steuermann auf Kleiner Fahrt
    A3 = Kapitän auf Kleiner Fahrt IIA4 = Kapitän auf Kleiner Fahrt I
    A5 = Seesteuermann auf Großer Fahrt 
    A6 = Kapitän auf Großer Fahrt
     

     

    Befähigungszeugnisse (ab 1970)

    AG = Kapitän mit der Befugnis zum Führen von Fracht- u. Fahrgastschiffen jeder Größe in allen Fahrgebieten. Wahrnehmen der Aufgabe eines 1. nautischen Schiffsoffizier.
    AGW= Nautischer Schiffsoffizier mit der Befugnis zum Wahrnehmen der Aufgaben eines 2. nautischen Offiziers auf Fracht- und Fahrgastschiffen jeder Größe in allen Fahrgebieten.
    AM = Kapitän mit der Befugnis zum Führen von Frachtschiffen bis BRZ 8000 in allen Fahrgebieten und Fahrgastschiffen bis BRZ 4000 in der Küstenfahrt. Wahrnehmen der Aufgaben eines 1. und 2. nautischen Schiffsoffizieres. 
    AMW = Nautischer Schiffsoffizier mit der Befugnis zum Wahrnehmen eines 2. nautischen Schiffsoffiziers auf Frachtschiffen bis BRZ 8000 in allen Fahrtgebieten und Wahrnehmen der Aufgaben eines 3. nautischen Schiffsoffiziers auf Frachtschiffen jeder Größe in allen Fahrtgebieten.

    AK = Kapitän mit der Befugnis zum Führen von Frachtschiffen bis BRZ 4000 in der Mittleren Fahrt und von Fahrgastschiffen bis BRZ 3000 in der Küstenfahrt. Wahrnehmen der Aufgaben eines 1. nautischen Schiffsoffiziers.
    AKW = Nautischer Schiffsoffiziers mit der Befugnis zum Wahrnehmen der Aufgaben eines 1. nautischen Schiffsoffiziers auf Frachtschiffen bis BRZ 3000 in der Mittleren Fahrt. Wahrnehmen der Aufgaben eines 2. Nautischen Schiffsoffiziers auf Frachtschiffen bis BRZ 4000 in der Mittleren Fahrt.
    AN = Kapitän mit der Befugnis zum Führen von Frachtschiffen von weniger als BRZ 300 in der Nationalen Fahrt

     

  2. Aak, Aake = flachbodiges niederrheinisch- friesländisches Segelfahrzeug für Fracht und Fischerei. Die Schiffe sind als Slup oder Ketsch getakelt und haben Seitenschwerter.
  3. Aale, Speckaale =  (seem.) sind eingeölte Rohre, Langeisen, die meist in Bündel auf Schiffen verladen werden; bei der Marine werden auch Torpedos so bezeichnet (Aale)
  4. A.B. = Able Bodied. Bezeichnung in den Schiffspapieren für Vollmatrose
  5. abbacken = Abräumen des Tisches (Back) nach einer Mahlzeit
  6. abbergen = Übernahme von Personen, Ladung und Ausrüstung von einem in Seenot befindlichen Schiff. Zur Übernahme  werden Rettungsboote oder Seenotfahrzeuge eingesetzt. Die Übernahme kann auch mittels einer Leinenverbindung erfolgen.
  7. abblenden = Jede Lichtquelle eines Schiffes nach außen hin unsichtbar machen, einschließlich Löschen der für die Seefahrt gesetzlich vorgeschriebenen Lichter.
  8. Abblenderrolle = Der Teil der Schiffrolle, der befohlen wird, wenn alle Lichter des Schiffes nach außen abgeblendet werden soll. (Bundesmarine)
  9. abbrassen = die Segel einziehen, auch eine Rahe durch zu starkes Anziehen der Segel brechen; oder die Rahen werden derart gedreht, daß sie etwas mehr in die Längsschiffsrichtung zu liegen kommen.
  10. abbringen = ein auf Grund gelaufenes Schiff durch Krängen, Leichtern oder Abschleppen wieder flott machen
  11. abdrehen = Schiffskurs so ändern, daß man sich entfernt
  12. Abdrift, Abtrift = durch Wind oder Strömung hervorgerufene Kursabweichung (seitliches Versetzen eines Bootes)
  13. Abendwache = diejenige Wache, die von 20.00 bis 24.00 Uhr läuft.
  14. abfaden = Ein Fahrwasser ausloten, wobei der Faden ( 1,83m) als Maß genommen wird.
  15. abfallen = Segelschiff so drehen, daß der Wind mehr von achtern kommt;  (Gegenteil von anluven); den Winkel zwischen Windrichtung und Kurs des Schiffes vergrößern.
  16. abfieren = an einen Tau herunterlassen ( z.B. das Rettungsboot)
  17. abflauen = zurückgehen der Windstärke
  18. Abgaspfosten = Schornstein eines Schiffes, früher Dampf, jetzt Abgase aus dem Maschinenraum
  19. ablandig = vom Lande her wehend oder strömend (Gegenteil von auflandig)
  20. Ablaufbahn = die meist hölzerne Schlittenbahn, auf der die Ablaufschlitten und damit das Schiff beim Stapellauf (Ablauf) zu Wasser gelassen wird.
  21. ablaufen = 1. Das Zuwasserlassen eines neuerbauten Schiffes von der Helling; 2. Das Wasser läuft ab mit dem Ebbstrom; 3. Den Kurs in Richtung vom Gegner weg absetzen (Marine)
  22. ablaufendes Wasser = ist dasselbe wie Ebbstrom, der das Fallen des Wasserspiegels im Gefolge hat.
  23. Ablenkung = Fehlanzeige des Magnetkompasses gegenüber der Anzeige des magnetischen Nordpols
  24. abloten = in einem bestimmten Gebiet die Wassertiefe (durch Lotung) feststellen; auch ausloten
  25. Abmessungen = werden die Hauptabmessungen eines Schiffes genannt, wie Länge, Breite, die Seitenhöhe und Tiefgang.
  26. abmustern = das Heuerverhältnis lösen, den Dienst aufgeben, entlassen
  27. abreiten = vor Anker liegend einen Sturm überstehen, zu diesem Manöver wurden Segelschiffe bei ablandigen Winden gelegentlich gezwungen.
  28. ABS = 1. American Bureau of Shipping, amerikanisches Klassifikationsgesellschaft; 2. Acrylnitril-Butadien-Styrol. Thermoplastischer Kunststoff, der u. a. für die fabrikmäßige Herstellung kleinerer Boote verwendet wird
  29. Abschiedssignal = Flagge "P" (Blauer Peter) setzt ein Schiff, das binnen 24 Stunden ausläuft
  30. abschlagen = Lösen der Segel von den Rahen (abnehmen der Segel; Gegenteil von anschlagen)
  31. Absegeln = Abschluß der Segelsaison durch eine letzte gemeinsame Veranstaltung der Sportsegler
  32. abslippen = ein Boot auf einem Slip zu Wasser lassen
  33. abtakeln = das Takelwerk von einen Schiff entfernen ( Segel, Taue, Masten und Zubehör); Gegenteil von auftakeln
  34. Abteilung = Der Raum zwischen zwei wasserdichten Schotten
  35. Abtrift = durch Seitenwind hervorgerufener Leeweg eines Schiffes
  36. abweichen = vom Kurs abweichen
  37. abwettern = einen Sturm auf See durch geeignete Manöver überstehen; beidrehen
  38. Abwind = für absteigender Luftstrom
  39. abwracken = ein Schiff verschrotten
  40. Achter =  größtes Sportruderboot  (17,50 m lang , 60 und 85 cm breit) für 8 Ruderer und einen Steuermann
  41. Achteraus = nach hinten, hinter dem Schiff; Gegenteil von voraus
  42. Achteraussegeln = Verpassen der Abfahrt eines Schiffes durch ein Besatzungsmitglied
  43. Achterdeck = Hinterdeck eines Schiffes
  44. Achtergäste = wurden auf den Segelschiff der Kapitän, Offiziere und auch Steuerleute genannt, weil sie ihre Unterkunft immer im achteren Teil des Schiffes hatten
  45. Achterholer = Beim Spinnaker diejenige Leine, die von der Nock des Spinnakerbaumes nach achtern an Deck läuft.
  46. achterlastig = hinten tiefer liegend als vorn
  47. Achterleine = Diejenige der vier bei jedem längs eines Kais liegenden Schiffes erforderlichen Festmacherleinen, die vom Heck aus schräg achteraus zeigt; wird auch als Heckleine bezeichnet
  48. achterlich = von hinten kommend
  49. achterliche See = ist diejenige See, die genau in der Fahrrichtung des Schiffes läuft
  50. Achterliek = die hintere Kante eines Segels
  51. Achtermast = nicht immer der hinterste, sondern bei Viermastschiffen der dritte von vorn
  52. Achtern = das Heck des Schiffes, wird auch Achterschiff oder Achtersteven genannt;  hinten
  53. Achterschiff = Hinterschiff, der hintere Teil eines Schiffes; auch Achtersteven
  54. Achtknoten = ein Stopperknoten, der verhindert, das ein Tampenende durch ein Block rutschen kann
  55. Achterspring = Festmacherleine, die von Heck aus schräg nach vorne zeigt. Sie könnte am selben Poller ( an Land) festgemacht sein, an dem auch die Vorspring fest ist.
  56. Achterstag = heißt der Stag, das den Mast nach hinten stützt, aber fest ist
  57. Achterstagspanner = Eine Vorrichtung zum Spannen des Achterstags und damit zum Trimmen des Riggs. Bei Jollen und kleineren Yachten mit Hilfe einer Spannschraube, einen Spannhebel oder eine Talje. Auf größeren Yachten ein Handspanner oder eine Hydraulik
  58. Achtersteven = hinterer Abschluß eines Schiffes
  59. Ack = 1. Bezeichnung der Deichrampe in Schleswig-Holstein; 2. Zuwegung auf der Böschung einer Hallig-Warf.
  60. Admiral = See(Marine)offizier im Generalsrang, Flottenbefehlshaber
  61. Admiral's Cup, Amerika-Pokal = internationale Regatta-Trophäe, wird alle 2 Jahre ausgetragen
  62. Admiralität = 1. Gesamtheit der Admirale, 2. oberste Kommando- und Verwaltungsstelle der Kriegsmarine
  63. Admiralitätsanker = veraltete Bezeichnung für Stockanker
  64. Admiralitätskarte = die von der Admiralität, von der Marineleitung, herausgegebenen Seekarte.
  65. Admiralstab = oberste Leitung der Kriegsmarine
  66. Admiralstabsoffizier = Offizier im Admiralsstabsdienst  (meist Korvettenkapitän)
  67. Äüßerste Kraft ( A.K.) größtmögliche Fahrstufe, die für eine begrenzte Zeit von der Maschine gerade noch gefordert werden kann.
  68. Affenfaust = Knoten, Beschwerung eines Tampens, um ihn weiter werfen zu können
  69. Affenschwanz = nennt der seelexn den kleinen Flaggengalgen aus Eisen, der auf großen Seglern oftmals als kleiner Flaggenstock an der Gaffelnock, auf  Motorseglern als kleine feste Flaggengaffel am Besanmast zu finden ist.
  70. Agent = Schiffsmakler
  71. Agge = Fischfangzaun aus Reisig (Busch) auf dem Watt; siehe bei  Arge
  72. Ahming  =  Markierung am Vorder- oder Hintersteven eines Schiffs (zum Teil auch mittschiffs) zur Bestimmung des Tiefgangs; Meßeinteilung: Dezimeter oder Fuß, beginnend am Kiel.
  73. Ahoi = früher gebräuchlicher Anruf  eines Schiffes ( z.B. Schiff ahoi, Boot ahoi )
  74. A.K. = äußerste Kraft
  75. Aktionsradius = die halbe Reichweite eines Schiffes ohne neu bunkern zu müssen (Brennstoff, Proviant usw.)
  76. Aktivruder = Steuerruder mit eingebautem Hilfspropeller zur Verstärkung der Ruderwirkung auf Schiffen
  77. Albis = der lateinische Name für den Fluß " Elbe "
  78. Aldislampe = Handmorselampe nach dem Hersteller A. Aldis benannt.
  79. Aleuten = Inseln zwischen Beringmeer und Pazifischen Ozean
  80. Alge = wurzellose Wasserpflanze, Seegras, Seetang,
  81. Alle Mann! = Manöver bei schwerem Wetter, wenn alle Männer auf die Stationen müssen. Englisch: "all hands"
  82. Almanach = Jahrbuch mit Informationen zum Stand der Sonne, der Sterne, über die Gezeiten, das Lotsenwesen usw.
  83. der Alte = Bordbezeichnung für den Kapitän
  84. Alte Liebe = so heißt die Aussichtsplattform zur Elbe / Nordsee in Cuxhaven. Früher Anlegesteg für die Seebäderschiffe zu den Inseln.  Der Name " Alte Liebe" kommt von einem Schiffswrack  mit den Namen Oliva der dort zur Befestigung versenkt wurde. Die Cuxhavener nannten ihn "Olief", ins Hochdeutsche übersetzt: " Alte Liebe".
  85.  Altweiberknoten = schlechter seelexnsknoten
  86. am Wind = die äußere Lage, in der ein mit dem Wind schräg von vorn segelndes Schiff noch Fahrt voraus macht
  87. Ammeral = Segeltucheimer zum Heraufholen von Wasser, auch als Admiral bezeichnet
  88. Amphitrite = grie. myth. Tochter des Meeresgottes Nereus und der Thetis. Als Gemahlin des Poseidon, die Beherrscherin der Meere.
  89. Amsterdamer Pegelnull =  (NAP)- Bezugsquelle der niederländischen Landesvermessung. Früher wurden auch in den nordwestlichen Teilen Deutschlands die Landhöhen-Messungen auf den Nullpunkt des Amsterdamer Pegels bezogen. Seit der Einführung des "Normal Null" (NN) im Jahre 1879 werden in Deutschland alle Geländehöhen auf NN bezogen.
  90. anbrassen = die Rahen in Längsrichtung bringen
  91. Anciennitätsprinzip = Festlegung einer Reihenfolge nach dem Alter, wenn mehrere Leute gleichen Dienstranges an Bord sind. Es spielt vor allem im militärischen Bereich eine Rolle.
  92. Anderthalbmaster = zweimastige Schiffe, auf denen der kleinere Mast hinten steht; zu ihnen gehören Ewer, Tjalken, Ketsch und Yawl
  93. andirken = das Durchsetzen der Dirk, um die Nock des Großbaums anzuheben
  94. Anemometer = Windmeßgerät, Windmesser; Bestimmung der Windgeschwindigkeit
  95. Aneroidbarometer = Luftdruckmesser
  96. anfunken = mittels Funkspruch anrufen, aufmerksam machen
  97. Angel = Rute für den Fischfang
  98. angeln = mit der Angel Fische fangen
  99. anheuern = für den Dienst auf einem Schiff verpflichten, Arbeitsvertrag
  100. anhieven = anheben
  101. anholen = Eine Leine, einen Festmacher holen ( ziehen); Gegenteil von auffieren, fieren
  102. Anker = Doppelhaken zum Festmachen von Schiffen am Grund des Gewässers, vor Anker gehen, liegen. Ankerformen: Patentanker, Stockanker, Danforth-Anker, Draggen und Pflugschar-Anker
  103. ankern = vor Anker liegen, das Schiff ankert in einer Bucht, den Anker auswerfen
  104. Ankerball =  kugelförmiger schwarzer Signalkörper der anzeigt, daß ein Schiff ankert
  105. Ankerboje = ein Schwimmkörper auf dem Wasser, der die Stelle des Ankers markieren soll
  106. Ankergeschirr = Sammelbezeichnung für Anker und Ankerketten eines Schiffes
  107. Ankerkette = die Kette (meist aus Eisen) an einem Anker
  108. Ankerklüse =  Öffnung in der Bordwand, wo die Ankerkette durchläuft
  109. Ankerlaterne = Ankerlicht, macht nachts kenntlich, daß ein Schiff vor Anker liegt (weißes Rundumlicht)
  110. Anker lichten = das Hochholen des Ankers
  111. Ankerplatz = der Platz, Stelle (zb. in einer Bucht) wo das Schiff ankert
  112. Ankerspill = Vorrichtung zum  Herablassen und Hochziehen des Ankers
  113. Ankertau =  das Tau, Seil an einem Anker
  114. Ankertaumine = (Marine) Mine, die durch Anker und Ankertau auf einer gewissen Tiefe unter der Wasseroberfläche gehalten wird. Sie kann auf verhältnismäßig tiefen Meeresstellen gelegt werden.
  115. Ankerwache = wird gegangen, wenn ein Schiff auf Reede vor Anker liegt
  116. Ankerwinde =  Ankerspill = Vorrichtung zum Herablassen und Hochziehen des Ankers
  117. anlanden = etwas, jemanden - an Land bringen; die Ladung eines Schiffes
  118. anlegen = das Schiff legte am Kai an, das Boot soll dort (Pier, Kaje) anlegen
  119. Anleger = Anlegebrücke, brückenartiges, der Schifffahrt dienendes Bauwerk an flachen Küsten, das vom Ufer bis an das tiefe Wasser reicht. Über den Anleger wickelt sich der Verkehr zwischen Ufer und am Anlegerkopf festgemachten Schiffen ab.
  120. Anlegestelle = die Kai, Kaje, Pier wo das Schiff angelegt hat
  121. anliegen = Redewendung, die angibt, daß das Schiff auf einem vorgegebenen Richtung zum Wind fährt
  122. anlieken = das Liek an einem Segel befestigen
  123. anloten = sich unter dauerndem Loten vorsichtig der Küste nähern.
  124. anluven = Winkel zwischen Kurs und Windrichtung verkleinern; das Schiff näher an den Wind bringen; Gegenteil von abfallen
  125. anmustern = auf einem Schiff in Dienst treten, anheuern
  126. anpeilen = durch peilen feststellen und ansteuern, einen Punkt an der Küste anpeilen
  127. anpicken = eine Ladung einhängen, anschlagen - um sie z.B., mit einem Kran anzuheben
  128. anpieken = das Steilertrimmen der Gaffel durch Anholen des Piekfalles.
  129. anpreien = ein anderes Schiff anrufen
  130. anreihen = das Segel an Baum oder Gaffel festmachen oder anschlagen.
  131. Anrichte = oder die Pantry ist der Raum oder der dazugehörige Tisch an Bord, wo die Speisen für den Tisch zubereitet werden.
  132. anschlagen = eine Schiffsladung anschlagen, anpicken  um sie mit einem Kran anzuheben; ein Rahsegel an der Rah; Gegenteil von abschlagen
  133. Ansegeln = Eröffnung der Segelsaison durch eine erste gemeinsame Veranstaltung der Sportsegler
  134. anspülen = ans Ufer spülen, das Meer spült Tang und Holzstücke an
  135. anstecken = Verbinden zweier Leinen mit einem entsprechenden Knoten; Befestigen einer Flagge an einer Flaggleine
  136. Ansteuern = in Richtung auf ein bestimmtes Ziel fahren.
  137. Ansteuerung = mit Seezeichen  wie Tonnen oder Leuchttürme wird ein Schiff die Fahrrichtung angezeigt
  138. Antenne = 1. Sende- und Empfangsantenne für die Funkstation, 2. auch Segelstange, Rahe
  139. Antifouling = schützt den Schiffsrumpf vor Bewuchs von Algen und Muscheln; Unterwasserschutzanstrich
  140. Anwuchs = bildet sich am Unterwasserschiff durch Pflanzen und Tiere. Er wird unter gewissen Bedingungen so stark, daß er die Fahrt des Schiffes stark hemmt.
  141. Äquator = teilt die Erde als geographische Bezugsgröße in zwei Hälften. Länge: 40076,6 Kilometer
  142. Äquatortaufe = scherzhafter seemännischer  "Reinigungs-" Brauch ( beim ersten Überschreiten des Äquators); erhält der junge seelexn eine Art seemännischen Ritterschlag, Passagiere können auf Wunsch ebenfalls getauft werden.
  143. Arbeitssegel = Großsegel und Focken
  144. Arche = kastenähnliches Schiff
  145. Arge =  Agge, Fischbuhne, Fischzaun, aus Busch hergestellter Zaun zum Fang von Wattfischen. Die Arge besteht aus 2m hohen und 200 bis 600m langen Buschwänden aus Birkenreisig, die auf dem Watt so aaufgestellt werden, daß sie trichterförmig zusammenlaufen. An der Spitze des Trichters befindet sich das schlauchförmige Fangnetz ( Hamen).
  146. ARPA = Automatic Radar Plotting Aid (Automatische Radar-Zielerkennung und - Verfolgung). Ein in das ARPA- Radargerät integrierter Computer kann Geschwindigkeit, Kurs und Entfernung der das eigene Schiff umgebenden Wasserfahrzeuge ermitteln sowie die Zeitdauer bis zur geringsten Annäherung solcher Schiffe, die zur Kollisionsverhütung besonders beachtet werden müssen.
  147. arktischer Seerauch = Nebel
  148. Arpichel = Inselmeer, - gruppe
  149. Armada = Kriegsflotte; bewaffnete Flotte
  150. Arsenal = Geräte-, Waffenlager
  151. A-Schein = Führerschein des deutschen Segler-Verbandes, gültig für Binnengewässer
  152. Ascheimer = alter Spottname für Dampfer
  153. Assi = Maschinenassistent
  154. Asto = Admiralstabsoffizier
  155. Ästuar = Bezeichnung für eine trichterförmig erweiterte Flußmündung in einem Gebiet starker Gezeitenströme. Um solle Ästuar handelt es sich bei den Bodden und Haffen der Ostseeküste.
  156. Atlantis = sagenhaftes im Meer versunkenes Inselreich
  157. Atlantischer Ozean = das zweitgrößte Weltmeer zw. Europa, Afrika u. Amerika, sowie zw. den beiden Polarmeeren
  158. Atoll = ringförmiger Korallenriff, -insel
  159. aufbacken = das Essen, Geschirr und Besteck auf den Tisch ( die Back) bringen.
  160. Aufbauten = Bauteile über dem Hauptdeck des Schiffes, die von Bord zu Bord reichen, die nicht von Bord zu Bord reichen werden als Deckshaus ( Roof) bezeichnet
  161. aufbrassen = mit Hilfe der Brassen die Rahen so drehen, daß sie mehr in die Querschiffsrichtung kommen ( Gegensatz: anbrassen und abbrassen)
  162. Aufbringen = zwangsweises Anhalten eines Schiffes durch staatl. Organe (z.B. Wasserschutzpolizei) zum Zweck der Kontrolle
  163. aufbrisen = Wind in Stärke zunehmend
  164. aufbrodeln = Nebel brodelt auf
  165. aufdampfen = Annäherung eines Schiffes aus achterlicher Richtung
  166. aufentern = über die Wanten in die Takelage klettern
  167. auffieren, fieren = lose geben; eine unter Kraft stehende Leine verlängern, lose geben; Gegenteil von anholen
  168. auffrischen = der Wind frischt auf, stärker wehen und kühler werden
  169. aufgeien = Segel mit Geitauen zusammenholen, um den Wind aus den Segeln zu nehmen
  170. aufheißen = Hochziehen
  171. Aufkimmung = Neigung des Schiffsbodens vom Kiel zur Kimm, die zur Verbesserung der Kursstabilität und des Schutzes bei Grundgerührung dient. Schlepper, Segler, Fischereifaahrzeuge u.a. haben eine große Aufkimmung, große Frachter und Tanker sind zunehmend ohne A.
  172. aufklaren = 1. aufräumen; Ordnen des Tauwerks nach einem Segelmanöver; wird übertragen auf alle Arbeiten, die der Ordnung an Bord dienen; 2: Besserung des Wetters
  173. Aufklärer =  Schiff zum Aufklären feindlicher Stellungen
  174. aufkommen = 1. wenn man ein vorauslaufendes Boot einholt; 2. als Ruderkommando "Komm langsam auf", wenn das Ruder nach mittschiffs zurückgelegt werden soll, um auf einen bestimmten Kurs zu gehen oder eine eingeleitete Drehbewegung abzufangen;  3. schlechtes Wetter kommt auf
  175. Aufkommer = von See den Hafen ansteuerndes Schiff.
  176. auf- oder ankreuzen = Im Zick-Zack gegen den Wind segeln.
  177. auflandig = von See auf das Land zu wehend oder strömend; Gegenteil von ablandig
  178. auflaufen =  Schiff ist auf Grund geraten, das Schiff ist (auf einer Klippe) aufgelaufen; stranden
  179. auflaufendes Wasser = hat man in Tidengewässern bei Flut, wenn das Wasser von See kommend in die Flußmündungen einströmt und dabei der Wasserspiegel steigt.
  180. aufliegen = ein Schiff liegt auf; ein Schiff außer Dienst stellen
  181. Auflieger = ein vorübergehend außer Dienst gestelltes Schiff, das auf Beschäftigung wartet
  182. Aufliegezeit = Ruhezeit der Schiffe
  183. aufluven = den Winkel zwischen Kurs und Windrichtung verkleinern
  184. aufpeitschen = der Sturm peitscht die Wellen auf
  185. aufpicken = einen Gegenstand aus dem Wasser an Bord nehmen
  186. auf Reede liegen = außerhalb eines Bestimmungshafen oder in einer Flußmündung vor Anker liegen
  187. aufriggen = auftakeln
  188. aufschießen = 1. mit dem Boot in den Wind drehen, um es zum Stehen zu bringen; 2. ein Tau zusammenrollen, zusammenlegen;
  189. Aufschleppe = Schlipp, Slip, geneigte Ebene mit Schienenbahn und Schleppwagen, auf welcher kleinere Schiffe zur Instandsetzung oder Überwinterung aus dem Wasser gezogen werden.
  190. aufslippen = ein Schiff mit einer Rutsche oder mit einem auf Schienen laufenden Wagen auf  Land ziehen
  191. auftakeln, aufriggen = ein Boot mit Takelwerk ausrüsten ( Aufstellen des Mastes, befestigen des stehenden und des laufenden Gutes)
  192. auftoppen = die Rahen in senkrechter Richtung bewegen
  193. auftuchen = das ordentliche Zusammenlegen der geborgenen Segel und Flaggen
  194. auf- und abstehen = (Marine) Auf einer festgelegten Standlinie ständig hin- und herfahren.
  195. auf und nieder = soviel viel "senkrecht"; auch der Wind auf und nieder
  196. aufschwimmen = wenn Wasser in einen Dock gelassen wir, schwimmt  ein Schiff auf
  197. Aufwind =  aufsteigender Luftstrom, aufwärts wehender Wind
  198. Auge = 1. Schlinge in Drahtseilen und Tauwerk, die auch Öse genannt wird; 2. das weitgehend windstille und wolkenfreie Zentrum in einem Sturm oder Orkan
  199. Aura = Lufthauch, Wind, Dunst
  200. Aurora = römische Göttin der Morgenröte
  201. ausbaken = Seeweg mit Baken versehen, markieren
  202. ausbojen = Seeweg, ein Fahrwasser mit Seezeichen versehen
  203. ausbooten = mit Booten  vom Schiff ans Land bringen, Passagiere, Schiffbrüchige u.a.
  204. ausbringen = ins Wasser hinablassen; den Anker, ein Boot
  205. ausdocken = Schiff aus dem Dock holen
  206. ausflaggen, = ein Schiff  in einen anderen Staat registrieren lassen ( z.B. wegen Steuervorteile, geringere Betriebskosten)
  207. Ausguck =  Beobachtungsposten, Wachmatrose, der den Seeraum beobachtet  und Hindernisse, Schiffe, Lichter oder Land meldet  (auf Segelschiffen von einen Korb im  Mast)
  208. ausklarieren =  Abfertigung durch die Hafen- und Zollbehörden
  209. ausklamüsern = herausfinden
  210. auslaufen = 1. aus dem Hafen fahren, das Schiff läuft aus; 2. Hinausgleiten einer Leine
  211. Ausleger = 1. Arm von einem Kran 2. Metallstreben zur Aufnahme der Dollen für die Riemen der Sportruderboote; 3. bei Booten seitlich angebrachter Schwimmkörper
  212. Auslegerboot = Boot mit Auslegern; Bootsform in Ozeanien
  213. ausloten = durch Lot die Tiefe eines Gewässers feststellen
  214. auslugen = scharf ausschauen
  215. ausmachen = Gegenstand, Schiff oder Seezeichen genau erkennen
  216. ausmanövrieren = mit einem  Schiff geschickt ausweichen, schwenken
  217. ausmustern =  bei der Musterung  als untauglich ausscheiden
  218. ausrauschen = schnelles Hinausgleiten der Leine oder der Ankerkette
  219. ausrüsten = 1. ein Schiff mit Gegenstände, Proviant, Werkzeuge, Kleidung usw. ausrüsten, 2. nach Fertigstellung des Rumpfes eines Schiffes  bei einer Werft muß das Schiff ausgerüstet werden (z.B. Kabinenausbau usw.)
  220. Ausrüster = ein Unternehmen das Schiffe mit allen Gütern ausrüsten (beliefern)  kann
  221. ausscheren = eine andere Richtung nehmen als der weiterlaufende Schiffsverband
  222. ausschießen = herausrutschen z.B. einer Leine
  223. ausschiffen = Passagiere vom Schiff an Land bringen oder das Verlassen des Schiffes nach beendeter Reise
  224. ausschwingen = Rettungsboot, -floß mit Aussetzvorrichtungen außenbords schwingen
  225. Außenborder = Außenbordmotor
  226. Außenbordmotor = bei Booten außen am Heck angebrachter Motor
  227. außenbords = alles außerhalb des Schiffes, Bootes
  228. Außenbordskameraden = Scherzhafte Bezeichnung der Seeleute für Fische
  229. Außengei = Ladegeschirr
  230. Außenkammer = Kammer an Bord mit Fenster oder Bullauge nach der Wasserseite
  231. Außenreede = äußerer Ankerplatz vor einem Seehafen
  232. aussegeln = ein Boot bei Regatten überholen
  233. aussetzen = ein Boot von Bord aus ins Wasser setzen; in der Fischerei, das Aussetzen des Fanggeräts
  234. aussingen = Befehle oder Nachrichten an Bord ausrufen
  235. ausstecken  = herausgeben von Leinen, Ketten, damit diese die zum Festmachen notwendige Länge erreichen
  236. austörnen = Verdrehung des Tauwerks oder der Kette beseitigen
  237. austonnen = Seeweg ausbojen
  238. Ausstoßrohr = (Marine) Torpedorohr
  239. auswehen = Segel sind am Mast vom Wind gebläht
  240. Autocarrier = RoRo-Schiff, Autotransporter, Spezialschiff für den Autotransport
  241. Autopilot = Gerät zur automatischen Steuerung eines Schiffes oder Bootes auf einem zuvor eingestellten Kurs, entweder nach Kompaßpeilung oder Windeinfallswinkel, Bedient Steuerrad, Ruderpinne oder Hilfsruder.
  242. Aviso = ursprünglich ein schnelles, leichtes bewaffnetes kleines Schiff zur Aufklärung und Nachrichtenübermittlung; später eine yachtähnliches Schiff, das für Repräsentations-, Führungs- und Wohnzwecke, aber auch für leichte Kampfaufgaben eingesetzt wurde. ( französische Marine, gehört zu den Fregatten)
  243. Axiometer = Richtungsanzeiger am Steuerruder eines Schiffes
  244. Aye, Aye =  im Bordgebrauch für "jawohl, verstanden" oft mit einem Handzeichen (Klarzeigen) verbunden wird, wenn man sich im Wind und Seegang verständigen muß
  245. Azoren = Inselgruppe im mittleren Atlantischen Ozean
  246. Azorenhoch = ein im Bereich der Azoren mit großer Regelmäßigkeit vorherrschendes Hochdruckgebiet, das als ein Teil der subtropischen Hochdruckgürtels für die Wetterentwicklung in Europa von bestimmendem Einfluß ist.
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