Die Sprache der Seeleute


  1. Fabrikschiff = Trawler, Hecktrawler der sein Fischfang gleich am Bord verarbeitet. Der Fang wird an Bord selber zerlegt und eingefroren. Der derartig bearbeitete Fang kann sehr viel länger ohne Qualitätsverminderung an Bord bleiben als der eisgekühlte Fang. Somit kann das Schiff  längere und weitere Reisen durchführen.
  2. Faden, Klafter = englisches Maß zur Messung der Wassertiefe. 1 Faden =  6 Fuß = 1/1000 Seemeile = 1,852 m; Faden- und Fußmaße können in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein.
  3. Fähre  = Wasserfahrzeug zum regelmäßigen Transport von Personen, Fahrzeugen über ein Gewässer
  4. Fahrt = Geschwindigkeit eines Schiffes in Knoten, gleich Seemeile pro Stunde, gemessen
  5. Fahrenheit = Einheit der Grade beim 180-teiligen Thermometer
  6. Fahrensmann = seelexn, seelexn der alle 7 Meere besegelt, befahren hat
  7. Fahrgastschiff = Passagierschiff, Kreuzfahrtschiff, alle Schiffe die mehr als 12 Passagiere befördern können
  8. Fahrtenkreuzer = eine Kreuzyacht, welche nicht für See- oder Hochseerennen gebaut worden ist, sondern nur für Kreuzfahrten.
  9. Fahrterlaubnisschein = wird von der Seeberufsgenossenschein ausgestellt. Darin wird festgestellt, daß das Schiff  die Anforderungen für das jeweilige Fahrgebiet nach Konstruktion, Ausrüstung, Besatzung u. Sicherheitseinrichtung erfüllt
  10. Fahrtgebiet = Einteilung nach Klassen.  Küstenfahrt, Kleine Fahrt, Mittlere Fahrt, Große Fahrt
  11. Fährmann = Schiffer, Ferge, Person der die Fähre, Fährboot  bedient
  12. Fahrrinne = Fahrwasser, die durch Seezeichen abgesteckte und in Seekarten eingetragene Wasserstraße
  13. Fahrstand = 1. Bezeichnung  für den Bereich eines Kriegsschiffs, von dem aus die Drehzahl der Hauptmaschine und  die Steigerung der Propeller eingestellt werden; 2. Als zentraler Fahrstand: Überwachungs- und Bedienstelle, die die Aufgaben vom Maschinenstand und Maschinenkontrollraum zugleich erfüllt.
  14. Fahrtmeßanlage = Einrichtung zur Bestimmung der Schiffsgeschwindigkeit
  15. Fahrtmesser = ein Gerät, das die Fahrt eines Schiffes ( durch das Wasser) messen kann, z.B. das Logscheit, das Patentlog und die verschiedenen Staudruckfahrtmesser.
  16. Fahrtsignal = Signal, das einen Befehl oder eine Mitteilung über Fahrstufe oder Geschwindigkeit eines Schiffes beinhaltet.
  17. Fahrttabelle = Auf jedem Kriegsschiff vorhandene Aufstellung über das Verhältnis zwischen den Drehzahlen der Maschine (Wellenumdrehungen) und der Schiffsgeschwindigkeit. Grundlage für die Erstellung der Fahrttabelle ist die Meilenfahrt.
  18. Fahrwasser, Schifffahrtsstraße, Wasserstraße = bezeichneter Verkehrsweg in flachen Gewässern;  siehe auch Fahrrinne
  19. Fähnrich zur See = Offiziersanwärter im Bootsmannrang (Bundesmarine)
  20. Fährschiff = siehe Fähre
  21. Fall = Tau  oder Draht zum Hissen der Rahen, oder Segel; Mehrzahl: Fallen
  22. Fallreep = früher Strickleiter, heute am Außenbord eines Schiffes herablaßbare Treppe zum An- und Von-Bord-Gehen
  23. Fallreepspforte = die Unterbrechung des Schanzkleides, durch die man über das Fallreep das Schiff betritt
  24. Fallwind = der Wind, der von einem festen Gegenstand zurückgeworfen wird, etwa einer steilen Felswand, er trifft meist unerwartet, heftig und schräg von oben kommend, die Segel eines Schiffes.
  25. Fallwinde; Fallwinsch = die Winde oder Winsch, mit deren Hilfe die Fallen auf größeren Schiffen geholt werden. Auf Yachten mit Hochtakelung und Drahtfallen vielfach in Gebrauch gekommen.
  26. Faltboot = zerlegbarer Kajak (Paddelboot) mit Holz oder Metallgerüst und wasserdichter Außenhaut
  27. Faltlukendeckel = Lukendeckel der über hydraulische Flaschenzüge zusammengefaltet wird
  28. Fangleine = eine oder mehrere in einen Boot oder anderen schwimmenden Gegenständen angebrachte Leinen
  29. Fant, Fent = ein landfein gekleidete Hafenbesucher, als doofer Fant gilt, wenn er zuviel Dummes fragt, Laffe
  30. Färöer = dänische Inselgruppe zwischen Island und den Shetlandinseln
  31. Faschine, Schine = 3 bis 6 m langes und 30 cm dickes Bündes aus Busch (Reisig) mit Weidenruten oder Bindedraht zusammengebunden. Faschinen werden zum Bau von Lahnungen und zum Schutz unter Wasser liegender Bauwerksteile gegen Unterspülung gebraucht.
  32. Faschinenwurst = heißen Faschinen von 10 bis 15 cm Durchmesser und mehreren Meter Länge; Senkfaschinen sind bis zu 1 m dick und mit Steinen gefüllt.
  33. Faß = aus gebogenen Holzstreifen bestehendes durch meist eiserne Reifen zusammengehaltenes Gefäß mit Böden
  34. Fata Morgana = Luftspiegelung, bei der durch Lichtbrechung von unterschiedlich temperierten Luftschichten in der Nähe der Wasseroberfläche weit entfernte Küsten sichtbar werden oder andere Spiegelungen
  35. faule Küste = Küste mit vorgelagerten Untiefen oder Riffen
  36. Faulenzer = Baumaufholer gleich  Ladegeschirr
  37. FD = Kurzbezeichnung für die Bootsklasse Flying Dutchman (Kennzeichen im Segel)
  38. Feeder = Füllschacht, der vom Zwischendeck bis zur Höhe des Lukensülls reicht
  39. Feederschiff, Feeder = Kleine Containerschiffe, Küstenmotorschiffe  für den Zubringerdienst
  40. Felunke = 1. zweimastiges Küstenfahrzeug der Mittelmeerländer mit einem dreieckigen Segel (Lateinsegel); 2. früher verwendetes kleines Kriegsschiff in Galeerenform.
  41. Fender = Puffer, Schutzpolster zum Abfangen der Stöße beim Anlegen (Polsterkissen aus Tauwerk, Kork, Kunstoffbälle und auch Gummireifen)
  42. Ferge = Fährmann
  43. Fernglas = Doppelfernrohr, optisches Gerät zum Betrachten entfernter Gegenstände
  44. Fernmeldedienst = (Marine) Dienstzweig in der Laufbahn Truppendienst bei der Marine. Umfaßt den Funk-, Fernschreib- und Radardienst der Marine.
  45. Fernrohr =  optisches Gerät zum Betrachten entfernter Gegenstände mit nur einem Okular
  46. Fernsicht = Sicht in die Ferne, Möglichkeit in die Ferne zu schauen.
  47. Fernwelle = langperiodische Meereswellen, die vom Atlantischen Ozean in die Nordsee eindringen und hier als freie Wellen weiterlaufen. Derartige Wellen können durch meteorologische Auswirkungen oder als Seebebenwellen durch seismische Störungen ( z.B. Erdbeben, vulkanische Tätigkeit) entstehen, Seebebenwellen sind unter dem Namen Tsunami bekannt.
  48. Fest! = Kommando beim Heißen, Hieven, Einholen und bedeutet soviel wie Halt, Stopp nicht mehr heißen.
  49. Festfeuer = Leuchtfeuer, das einen Lichtschein ohne Unterbrechung als Kennung hat
  50. Festland = fester Teil der Erdoberfläche, im Unterschied zum Meer
  51. festlaufen = das Schiff hat sich (auf Grund, im Sand) festgelaufen
  52. festliegen = auf Grund gelaufen, das Schiff liegt fest
  53. festmachen = 1. das Boot am Ufer mit Leinen festmachen, das Schiff an der Kai  mit Leinen festmachen; 2. Segel aufrollen und befestigen ( auch beschlagen )
  54. Festmacher = 1. Leute, Spezialisten, die in den Häfen dafür sorgen, daß die Schiffe sicher an den Pollern liegen. 2. Ein starkes Ende, meist mit einem eingespleißten Auge an einem Tampen, mit dessen Hilfe ein Schiff an Land festgemacht werden kann. Bei Yachten ist es üblich, das Auge erst bei Benutzung des Endes als Festmacher mit einem Palstek einzustecken.
  55. Festmacherboje = ist eine verankerte Boje wo z.B. ein Segelboot, Ruderboot  festgemacht werden kann
  56. Festmacherleinen, Festmacher = Zum Festmachen des Schiffes benötigt man Leinen, die heißen: Vorleine, Vorspring, vordere Querleine, Achterspring, achtere Querleine, Achterleine
  57. Festpunkte, Fixpunkte = im Vermessungswesen jeder Punkt, dessen geogr. Länge, Breite und Höhe  über dem Meeresspiegel genau vermessen ist
  58. Fetthorn = Gerät, das der Segelmacher gebraucht. Es ist ein Kuhhorn, halb mit festem Fett gefüllt, in dem die Segelnadeln stecken. Sie rosten dort nicht, und kann mit dem Fett die Nadeln und den Faden beim Arbeiten einfetten,. Auf Yachten benutzt man statt des Hornes eine kleine runde Dose.
  59. FEU = Fourty Foot Equivalent Unit, Maßeinheit (Fuß) für Standard-Container; 40 Fuß-Container
  60. Feuer = elektrisch betriebene Lichter von Seezeichen und Leuchttürmen
  61. Feuerbuch = Leuchtfeuerverzeichnis
  62. Feuerlöschboot = mit Feuerlöschkanonen  (Wassermonitore) ausgestattetes Boot, das Schiffsbrände bekämpft
  63. Feuerlöschrolle = der Teil der Schiffsrolle, der jedem Mann seinen Platz und seine Tätigkeit zuweist, wenn im Schiff Feuer ausgebrochen ist und bekämpft werden soll.
  64. Feuerqualle = Qualle, die mit ihren Nesselfäden bei Berührung brennende Hautverletzungen hervorruft
  65. Feuerrolle = beschreibt genau festgelegte Übungen für die Besatzung, für die Bekämpfung der Gefahren auf See. Jeder Mann hat dabei bestimmte Aufgaben an bestimmten Stellen zu erfüllen.
  66. Feuerschiff = mit Signaleinrichtungen (Leuchtfeuer) ausgerüstetes bemanntes Schiff in festliegender Position vor den Flußmündungen, heute durch unbemannte Tonnen ersetzt
  67. feulen = Mit einem Feudel ( Dweil oder Schwabber) arbeiten
  68. fieren = Leine, Tau nachgeben oder eine Last mit dem Flaschenzug, Kran herunterlassen
  69. Fingerling = Die Ruderzapfen eines größeren Ruders, die zwischen dem untersten Zapfen, dem Spurzapfen und dem Halslager sitzen.
  70. fier weg = wird gerufen, wenn eine Last heruntergelassen werden soll
  71. Finn-Dingi, Finn-Dinghi =  Einheitsjolle für den Rennsegelsport; mit einem Mann Besatzung, Länge 4,50)m, Breite 1,51 m, Tiefgang 0,85 m (mit Schwert)
  72. Fischdampfer = Ein besonders für den Hochseefischfang gebautes Schiff von rund 60m Länge. Sie mußten außerordentlich seetüchtig sein. Die Fische wurden mit dem Grundschleppnetz gefangen und in Eis gepackt. Die Fangreisen dauerten drei bis sechs Wochen. Heute benutzt man Fangfabrikschiffe. Siehe Fabrikschiffe.
  73. fischen = mit Netz oder Angel Fische fangen
  74. Fischer = jemand der berufsmäßig fischt
  75. Fischerei = gewerbsmäßiger Fang von Fischen (Binnen-, Küsten und Hochseefischerei). Die Küstenfischerei beschränkt sich mit ihren kleinen Segel- und Motorkuttern auf den Fischfang in der Nähe der Küste mit Schleppnetzen, Stellnetzen, Hamen, Körben und Angeln. Fischkutter der Küstenfischerei tragen am Bug die Kurzbezeichnung des Heimathafen ( z.B. NOR = Norddeich), dazu eine Nummer. Die Hochseefischerei betreibt den Fischfang in der freien See außerhalb der Küstengewässer. Sie benötigen hierfür größere Fahrzeuge ( Trawler, Kutter, Logger usw.) Alle Fahrzeuge der Hochseefischerei müssen nach dem internationalen Vertrag von 1882 vorn am Bug vor dem Schiffsnamen ihren Heimathafen mit großen, weißen Buchstaben verzeichnen. Der erste Buchstabe bezeichnet das Land oder den Regierungsbezirk, der zweite in der Regel den Heimathafen z.B.: HF = Hamburg, Finkenwärder; SH= Schleswig-Holstein, Heiligenhafen; SU = Schleswig-Holstein, Husum
  76. Fischereischutzboote = haben die Aufgabe, den Fischereibooten auf ihren Fangplätzen im Notfall ärztliche und technische Hilfe zu bringen. Außerdem übermitteln sie Wettermeldungen und geben Wetterberatungen
  77. Fischermann-Stagsegel = Stagsegel, das bei einer Ketsch oder einem Schuner an einem Stag zwischen den Toppen geführt wird.
  78. Fischfarsch = fein zerkleinertes Fischfleisch, dazu wird der Fisch geköpft, entweidet, gewaschen, und in Grätenseperatoren von den Gräten befreit und fein zerkleinert wird.
  79. Fischfilet = das abgelöste Fleisch der Rumpfmuskulatur des Fisches.
  80. Fischgrund = Gewässer, das reich an Fischen ist
  81. Fischkutter = seetüchtiges Fischereifahrzeug
  82. Fischlupe = spezielles Echolot für die Fischereifahrzeugen, um Fischschwärme zu orten
  83. Fischtown = scherzhaft für die Seestadt Bremerhaven  (vormals größter deutscher Fischereihafen)
  84. Fischzug = Auswerfen und Einholen des Fischernetzes
  85. Fitt = ein hölzerner Marlspieker
  86. Fittings = Die Gesamtheit aller Beschläge, Amaturen sowie Zubehörteile aller Art, die sich auf den Yachten befinden.
  87. Fjord = tief einschneidende, schmale, lange steilwandige Meeresbucht ( vor allem in Norwegen )
  88. Flachküste = Küste, an der das Land flach zum Meer abfällt
  89. Flachmann = Bezeichnung für einen flachen, schmalen Spinnaker (Zusatzsegel), der auch bei starkem Wind gesetzt werden kann.
  90. Flackerfeuer = Lichtsignal mit Fackeln auf See
  91. Flage = dasselbe wie Bö, Regenbö
  92. Flagge = Fahne. Rechteckiges, ein- oder mehrfarbiges Tuch, von bestimmter Bedeutung, das an einer Leine geheißt werden kann. - Am Heck wird die eigene Nationalflagge, am Bug (im Hafen) die Flagge des Heimathafens, am ersten Mast  die Landesflagge des jeweiligen Landes wo sich das Schiff gerade befindet, gesetzt.
  93. Flagge streichen = Niederholen der Flagge, bei einem Kriegsschiff Zeichen für die Kapitulation
  94. flaggen = die Flagge aufziehen, hissen, das Schiff hat geflaggt
  95. Flaggenalphabet = die durch Winkzeichen mit Flaggen dargestellten Buchstaben des Alphabets
  96. Flaggengala = über die Toppen flaggen. Bei festlichen Anlässen das Ausschmücken der Takelage mit den aneinandergereihten Signalflaggen. Es besteht dabei eine besondere Etikette, besonders bei Yachten, über das Setzen vom Nationalflagge, Stander usw. bei der Flaggengala.
  97. Flaggengruß = ( dippen) Grüßen eines Schiffes durch kurzzeitiges Niederholen einer Flagge auf etwa 1/2 bis 1/3 der Höhe, in der sich die Flagge normalerweise befindet
  98. Flaggenknopf = Knopf auf dem Topp des höchsten Mastes mit Löchern oder Scheibe für die Flaggenleine
  99. Flaggensalut = Salutschießen auf hoher See bei Begegnung mit einem fremden, salutfähigen Schiff zu Ehren der fremden Landesflagge. Flaggensalut muß erwidert werden. Wird in Kriegs- und Krisenzeiten von keiner Nation angewandt, um Irrtürmer zu vermeiden.
  100. Flaggenschein = Das Dokument, das dem Schiff oder der Yacht die Erlaubnis zum Führen einer bestimmten Flagge erteilt. Beispiel für Yachten: Flaggenschein des Deutschen Segler-Verbandes.
  101. Flaggenschmuck = siehe Kleiner Flaggenschmuck; Großer Flaggenschmuck
  102. Flaggensignal = Signal, das durch eine Kombination von Signalflaggen übermittelt wird.
  103. Flaggenstaat = Der Staat, in dessen Schiffsregister das Fahrzeug eingetragen ist und dessen Flagge es zu führen hat.
  104. Flaggenstock = Stock am Heck, an dem die Flagge befestigt wird
  105. Flaggentopp = spitz zulaufender Teil des Mastes über dem stehenden Gut
  106. Flaggenparade = hissen der Flagge des eigenen Landes am Morgen und ihr Niederholen bei Sonnenuntergang. Auf Signal bzw. Kommando erweist jeder in der Nähe befindliche Soldat der Flagge einen Gruß.
  107. Flaggenrecht = Recht bzw. Pflicht eines Schiffes, eine bestimmte Flagge ( National- bzw. Handelsflagge) am Mast zu führen.
  108. Flaggenwechsel = feierliche Zeremonie bei Schiffsablieferung. Am Flaggenmast wird die Werftflagge eingeholt und die Reedereiflagge geheißt.
  109. Flaggoffizier = Offizier in der Rangklasse eines Admirals, der als Kommandozeichen eine seinem Dienstgrad entsprechende Flagge führen darf
  110. Flaggschiff = 1. das größte Schiff einer Reederei, 2. Kommandoschiff des im Rang eines Flaggoffiziers stehenden Führers eines Kriegsschiffverbandes
  111. Flankendeich, Flügeldeich = von der Hauptdeichlinie zurückspringende Deichstrecke, z.B. am Außentief eines Sieles
  112. Flaschenpost = Übermittlung einer Nachricht in einer wasserdicht verschlossene Flasche, die in ein strömendes Gewässer geworfen wird (früher bei Schiffbruch)
  113. Flaschenzug = Arbeitsvorrichtung zum Heben schwerer Lasten bei geringen Kraftaufwand mittels Rollen und Seilen
  114. flaue = eine schwache, matte Brise
  115. Flaute = Windstille, sehr schwacher Wind
  116. Fleet = 1. Entwässerungsgraben oder kleiner Kanal in Städten, Gracht in Holland; 2. Fanggerät der Treibnetzfischerei in Gestalt einer schwimmenden Netzwand von 3000 bis 5000 m Länge
  117. Fleute = holländisches Segelschiff  im 17. Jahrhundert
  118. Flibustier = westindische Seeräuber im 17. Jahrhundert; auch Bukanier
  119. Flieboot = kleines, schnelles Fischerboot, auch Beiboot
  120. Fliegender Holländer = Sagenhaftes Gespensterschiff, dessen Kapitän für sein gottloses Leben zum ewigen Kreuzen verdammt ist. Eine Sage aus dem 17. Jahrhundert.
  121. Flieger = kleines Stagsegel ( Vorsegel) vor dem Klüver
  122. Flint  = Feuerstein, in manchen Küstengegenden bezeichnet man mit Flint allgemein jeden Stein (althochdeutsch flins = Kiesel)
  123. Flögel, Flüge = Windsack auf dem Topp eines Mastes zur Anzeige der Windrichtung
  124. Flossenbezüge = Handschuhe
  125. Floß = aus mehreren Schwimmkörpern zusammengefügtes Wasserfahrzeug, Schwimmkörper ( Holz, Luftkissen, Tonnen, Kanistern)
  126. Flötentörn = Verbindungsmann zwischen Brücke und Decksdienst. Der Name leitet sich daher ab, daß der Wachoffizier auf Schiffen ohne Rundspruchanlage den Verbindungsmann heranpfiff.
  127. flottmachen = zum Schwimmen bringen, fahrbereit machen
  128. Flotte = Gesamtheit der Schiffe ( eines Staates, Fischerei-, Handels- und Kriegsschiffen)
  129. Flottenforz = Scherzname für einen zu klein geratenen seelexn
  130. Flotillenadmiral = Offiziersdienstgrad bei der Marine, im Rang eines Generals
  131. Flottillenarzt = Arzt bei der Marine im Rang eines Oberfeldarztes
  132. Flottenstation = Platz an der Küste mit Einrichtungen zur Aufnahme und Versorgung von Kriegsschiffen
  133. Flottenstützpunkt = Flottenstation
  134. Flottille = Gesamtheit aller Schiffe eines Typs, z.B. Verband aus mehreren Fangschiffen, die gemeinsam fischen
  135. flottmachen = ein Boot, Schiff wieder schwimmfähig, fahrtüchtig machen
  136. Flüge, Flögel = Tuchstreifen oder Windsack an der Spitze eines Mastes, der die Windrichtung anzeigt
  137. Flüstertüte = einfaches Sprechrohr für die Verständigung auf See
  138. Flugboot = Flugzeug mit schwimmfähigem Rumpf, das auf dem Wasser startet und landet.
  139. Flugzeugträger = Kriegsschiff mit verlängertem und verbreitertem Deck als Land- und Startfläche für Flugzeuge
  140. Flunken = die flächenartig verbreiterten Enden eines Ankerarmes
  141. Flunki = Scherzname für den Schiffs-Steward (der viel herumflitzt)
  142. Flußschiffahrt = Binnenschiffahrt auf natürlichen Wasserstraßen. Gegensatz: Kanalschiffahrt
  143. Flut = ansteigen des Meeresspiegels im Wechsel der Gezeiten ( Ebbe und Flut)
  144. fluten = unter Wasser setzen, die Tanks im U-Boot fluten
  145. Fluthafen, Tidehafen, Sielhafen, Hochwasserhafen = offener Hafen im Tidegebiet, der den Schiffen nur bei angestiegenen Wasserständen ( um die Tidehochwasserzeit) zugänglich ist
  146. Flutmarke, Flutmerk, Flootmark, Flutzeichen, Spülsaum = der auf Inselstränden und an der Festlandsküste bei jeder Tide in der Linie des Tidehochwassers (Thw) abgesetzte, häufig mehrere Meter breite Spülsaum (Treibsel). Aus seiner Lage kann die Höhe des zuletzt eingetretenen Tidehochwassers angenähert festgestellt werden.
  147. Flutwelle = starke , oft verheerende Frontwelle, bei plötzlichen Wasserstandsschwankungen, nach Seebeben, untermeerischen Vulkanausbrüchen, Wirbelstürmen, Dammbrüchen und auch beim Übergang von Ebbe zu Flut
  148. Flying Dutchman =  Einheitsjolle für den Rennsegelsport, mit zwei Mann Besatzung. Länge 6,05 m, Breite 1,80 m, Tiefgang 1,10 m (mit Schwert). Zeichen: FD
  149. Flying P-Liner = von englischen Seeleuten geprägte, ehrenvolle Bezeichnung für die schnellen Großsegler der Reederei F.Laeisz. Das "P" bezieht sich darauf, daß die Namen der Schiffe dieser Reederei mit  P anfingen. ( Preußen, Potosi, Peking, Padua, Pamir, Passat usw.)
  150. fob = free on bord, Frachtklausel im überseeischen Warenverkehr
  151. Fock = Vorsegel, bei voll getakelten Segelschiffen unteres Rahsegel, bei Segelbooten vor dem Mast gesetztes Stagsegel
  152. Fockmast = bei Segelschiffen mit mehrerem Masten vorderster Mast, Aufteilung: Vor-Untermast, Vor-Marsstenge  und Vor-Bramstenge, Segel: Fock, Voruntermarssegel, Vorobermarssegel, Vorunterbramsegel, Voroberbramsegel und  Vorroyal
  153. Fockschot = doppelt geführte Schot zum Bedienen der Fock. Die Fockschot gestattet das Dichtholen der Fock über eine Leitöse durch den Vorschotmann. Die Fockschot ist am Schothorn der Fock befestigt.
  154. Fockstag = Stag an dem die Fock gefahren wird, auch Vorstag.
  155. Focksel =  (engl.) alter seelexnsausdruck für die Back sowie früher für das Mannschaftslogis im Vorschiff
  156. Fog = dichter Nebel
  157. Foghorn = Nebelhorn
  158. Förde = an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins, schmale, langgestreckte, tief ins Landesinnere  reichende Meeresbucht
  159. Fracht = Entgelt für die Beförderung von Ladung über See
  160. Frachter = Frachtschiff, Frachtdampfer  zur Beförderung von Ladung, Güter
  161. Fregatt = als optakelt Fregatt ist een Froensminsch (Frau), das modisch-übertakelt wie ein Vollschiff angesegelt kommt
  162. Fregatte = früher ein schnelles dreimastiges  Segelschiff für den Aufklärungsdienst, heute ein schnelles Motorschiff zum Schutz von Geleitzügen und U-Boot-Ortung
  163. Fregattenkapitän = Seeoffizier im Range eines Oberstleutnants
  164. Freibeuter = Seeräuber
  165. Freibord, Freibordmarke, Tieflademarke, Plimsollmarke = bei Handelsschiffen auf halber Schiffslänge beidseitig am Rumpf angebrachte Markierung, die den höchstzulässigen Tiefgang angibt.  Die Freibordmarke besteht aus Liniensymbolen und Buchstaben. Die Oberkannte des Deckstriches gibt die Höhenlage des Freiborddeckes an. Die Buchstaben bedeuten: F: Eintauchtiefe in Frischwasser (Süßwasser), S = Eintauchtiefe in Seewasser im Sommer und W = desgl. im Winter. Diese Angaben berücksichtigen das unterschiedliche spezifische Gewicht von Frischwasser sowie von Seewasser im Winter und Sommer. Die Buchstaben am Kreis der Freibordmarke bezeichnen die Seeversicherung des Landes, die für das Schiff abgeschlossen ist. GL = Germanischer Lloyd (deutsch), LR = Lloyd's Register of Britisch and foreign shipping ( engl.) BV= Bureau Vertias ( franz.)
  166. Freies Meer = die See außerhalb der Hoheitsgrenze eines Küstenstaates. Das Freie Meer ist Ausland.
  167. Freifallrettungsboot = ein geschlossenes Rettungsboot, das von  einer schrägen Ablaufbahn am Heck  ins Wasser ( mit der Mannschaft) rutscht.
  168. Freigut = zollfreie Ware an Bord
  169. Freihafen = Hafengebiet, das zollrechtlich so behandelt wird, als läge es außerhalb der Staatsgrenzen. Seeseitig einkommende Waren können ohne Zollkontrolle und unverzollt entladen und weiterverarbeitet werden; auch Zollfreihafen
  170. Freiheit der Meere = im Seevölkerrecht Grundsatz, daß das Meer außerhalb der Küstengewässer (offenes Meer) von jeder Staatshoheit frei  und der Luft- und Schiffahrt sowie der Fischerei und der Nachrichtenübermittlung aller zugänglich ist; auch Freiheit des Meeres, Freies Meer
  171. freikreuzen = das Wegsegeln von einer Küste bei auflandigem Wind durch kreuzen
  172. Freiwache, Freitörn = wachfreie, dienstfreie Mannschaft
  173. Fressalien = scherzhaft: Eßwaren
  174. Friesennerz = scherzhaft für Öljacke, Regen- und Windjacke; Ostfriesennertz
  175. Friesische Inseln = die durch das Wattenmeer von der Nordseeküste getrennte Inselkette 1. Westfriesche Inseln, 2. Ostfriesische Inseln, 3. Nordfriesische Inseln
  176. Frigata = portugiesisches Küstensegelboot mit zwei Masten
  177. Frisches Haff = durch die 60km lange Frische Nehrung von der Ostsee abgetrennter Strandsee in Ostpreußen
  178. frisch = kühl, kalt
  179. Frischwasser = mitgeführtes Süßwasser auf Schiffen
  180. Front feifen =  (oder Front blasen) einfache Ehrenbezeichnung eines ganzen Kriegschiffes gegenüber hochgestellten Persönlichkeiten oder gegenüber einem anderen Kriegsschiff. Sie wird durch Piffe mit der Batteriepfeife oder durch Hornsignal ausgelöst. Die gesamte an Oberdeck befindliche Besatzung erweist einen Gruß nach der befohlenen Seite. Front pfeifen wird auch beim Passieren des Marine-Ehrenmales von Laboe gepfiffen.
  181. Froschmann = frei beweglicher Taucher mit Gummianzug und Atmungsgerät
  182. Frost = Temperatur unter 0° Celsius
  183. Froster = Fabrikfangschiff, Kühlschiff
  184. Frosttrawler = Der Fang wird zu Gefrierblöcken verarbeitet.
  185. Fruchtschiff = Kühlschiff , Ladung besteht aus  Früchten, z.B. Bananen, Südfrüchte
  186. F.T. = Funkentelegraphiestation
  187. FT-Raum = Raum eines Schiffes, in dem sich die Funkanlage befindet. Er liegt in unmittelbare Nähe der Brücke des Schiffes; auch Funkraum
  188. Führung = Ringe, Rollen, Klampen usw., durch die Seile und Taue in die gewünschte Richtung laufen,
  189. Fuke = Reuse zum Fischfang (ostfriesisch)
  190. Fullbrass = heißt an der Reling aufgehängte Mülltone bzw. Müllsack, Abfallbehälter; auch Fulbraß
  191. Fünfmastbark = Segelschiff mit 5 Masten, davon 4 vollgetakelt und der Besanmast mit Gaffelsegeln ausgerüstet
  192. Fünfmastvollschiff = Segelschiff mit 5 vollgetakelten Masten, ein bekanntes Schiff war die " Preußen ", die 1910 nach einer Kollision an der englischen Küste strandete.
  193. Funk = Sammelbegriff für alle Verfahren drahtloser Nachrichten- und Impulsübermittlung (Telegrafie)
  194. Funkbake = Funkfeuer
  195. Funkdienst ( Marine) ehem. Fachrichtung im Dienstzweig Fernmeldedienst. Umfaßt Bedienung der Funksende- und Empfangsanlagen, Schlüsseldienst, Führung der Funk- und Funksprechkladde, Wartung und Reparatur aller zur Funkstation gehörigen Geräte und Anlagen.
  196. Funkenpuster = Funkoffizier, Funker an Bord
  197. Funker = Jemand der in der Nachrichtenübermittlung durch Funk tätig ist, war früher auf größeren Schiffen vorgeschrieben, heute durch die moderne Datenübertragungstechnik wird der Funker nicht mehr benötigt. Die Aufgaben übernimmt jetzt ein nautischer Offizier mit einem Seefunksprechzeugnis.
  198. Funkfeuer = unbemannte Funksendestelle für die Funknavigation (Funkbake)
  199. Funknavigation = Die Art der Navigation, bei der die Peilbarkeit elektromagnetischer Wellen zur Standortbestimmung von Schiffen und Luftfahrzeugen ausgenutzt wird. Man spricht von Eigenpeilung, wenn man selbst Peilstrahlen empfängt und auswertet und von Fremdpeilung, wenn man selbst elektromagnetische Wellen aussendet und sich von einer fremden Stelle peilen läßt.
  200. Funkortung = durch Anpeilung von mindestens zwei bekannten Senderstandorten, kann der eigene Standort ermittelt werden
  201. Funkpeiler = mit diesem Gerät  (runder Peilrahmen) wird die Richtung zu einem Sender ermittelt
  202. Funksignal = Signal, das auf dem Funkwege übermittelt wird.
  203. Fuß = (Abk.: ft) britisches Längenmaß, Containergrößen werden in Fuß angegeben. 1 Fuß = 0,3048 Meter
  204. Fußblock = einscheibiger Stahlblock, bei dem eine Backe aufgeklappt und das Tauwerk in den Tauraum eingelegt werden kann. Er wird vorwiegend zur Änderung der Zugrichtung von laufendem Gut verwendet
  205. Fußperten = auch Fußpferde; die mit Garn bekleideten Drähte unterhalb der Rahen un des Klüverbaums, auf denen der seelexn steht, wenn er dort arbeitet
  206. Fusta =sehr schnelles, aus der Galeere entwickeltes Fahrzeug mit 18-22 Ruderbänken auf jeder Seite.
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