Bericht über die ostdeutsche Hochseefischerei 2005

 

 

Drucksache 4/2307 - Landtag Mecklenburg-Vorpommern - 4. Wahlperiode  

9

Fischerei  

9.1

Große Hochseefischerei

Die Fischerei ist in besonderem Maße vom Zustand der ihr zur Bewirtschaftung zur Verfügung stehenden Fischbestände und den auf die Erhaltung der Ressourcen ausgerichteten Rahmenbedingungen der Europäischen Fischereipolitik, die insbesondere durch Fangaufwandsbegrenzungen, technische Maßnahmen und Gewährung von Beihilfen bestimmt werden, abhängig. Die sich seit 2002 mit der Neuausrichtung der gemeinsamen Fischereipolitik abzeichnende Entwicklung der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern hat sich mit einer relativen Stabilität in den Jahren 2002 bis 2005 wie folgt entwickelt. In Mecklenburg-Vorpommern waren im Berichtsjahr unverändert sechs Fischereifahrzeuge der Großen Hochseefischerei der niederländischen Unternehmensgruppe Parlevliet & van der Plas mit Heimathafen Rostock registriert. Den Reedereien standen auch im Berichtsjahr unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Quotentausche genügend Quoten zur Verfügung. Im Berichtsjahr wurden, wie in den Vorjahren auch, durchschnittlich 186 Seeleute und 9 Mitarbeiter in den Verwaltungen beschäftigt. Die Schwarmfischschiffe und die Gerda Maria, als Grundfischfänger für Kabeljau, Schellfisch, Seelachs und Schwarzen Heilbutt konnten in der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erneut positive Ergebnisse erzielen. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 88.041 t Fisch (2004: 82.486 t) gefangen, davon 82.716 t (2004: 75.936 t) Schwarmfisch (Hering, Makrele, Holzmakrele, Blauer Wittling) und 5.328 t (2004: 6.550 t) Grundfisch (Rotbarsch, Schwarzer Heilbutt, Kabeljau, Seelachs, Schellfisch). Die Ursache dieses Fangrückganges bei Grundfisch ist auf die schlechte Fangsituation bei Rotbarsch im Gebiet NEAFC und Grönland zurückzuführen. Die Fänge wurden überwiegend fangplatznah vermarktet. In Mecklenburg-Vorpommern wurden insgesamt 24.802 t Frostware und 620 t Frischhering von den in Rostock registrierten Schiffen der Großen Hochseefischerei angelandet. Die aus öffentlichen Mitteln geförderte Investitionstätigkeit ist in Tabelle A-78 entsprechend dargestellt. Die hohe Förderung im Jahr 2004 hängt insbesondere mit Modernisierungsmaßnahmen des FMS „Dirk Dirk zusammen, die im Berichtsjahr zum Abschluss gebracht wurden.

9.2 Kleine Hochsee-und Küstenfischerei

9.2.1

Fischereiressourcen

Die Entwicklung der Fangmengenbegrenzungen (TAC) von 2004 zu 2005 ist in Tabelle A-79 entsprechend dargestellt.

Nachdem der TAC beim Hering aufgrund des starken Fischereiaufwandes von 300.000  im Jahr 2001 auf 143.000 t im Jahr 2003 kontinuierlich reduziert wurde, sind die zulässigen Fangmengen im Jahr 2004 auf 171.350 t und im Berichtsjahr auf 176.000  angehoben worden. Die Laicherbestände von Dorsch in der Ostsee haben in den vergangenen Jahren nach Angaben der Wissenschaft kontinuierlich abgenommen. Dennoch wurde der TAC für Dorsch im Berichtsjahr mit 63.700 t nahezu auf das Niveau des Vorjahres mit 61.600 t festgelegt. Für die deutsche Fischerei haben sich von 2004 zu 2005 die Quoten der wichtigsten Wirtschaftsfische Hering und Dorsch aber auch für die Sprotte und den Lachs nur unwesentlich geändert. Damit standen im Berichtsjahr auch für Mecklenburg-Vorpommern mit 16.600 t Herings-und 2.358 t Dorschquote nahezu die gleichen Fangmengen der wichtigsten quotierten Wirtschaftsfische wie im Jahr 2004 zur Verfügung.

9.2.2 Fischereiunternehmen und Förderung

9.2.2.1 Struktur, Betriebe, Beschäftigte

Die im Haupterwerb tätigen Unternehmen der Kleinen Hochsee-und Küstenfischerei des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind nach wie vor überwiegend genossenschaftlich organisiert und Mitglied in einer der sechs Erzeugerorganisationen. Eine Erzeugerorganisation hat ihren Sitz im Berichtsjahr durch Zusammenschluss mit einer

Erzeugerorganisation aus Niedersachsen nach Cuxhaven verlegt. Die Beschäftigtenzahl blieb gegenüber 2004 nahezu konstant. Registriert waren 412 Haupt-und 158 Nebenerwerbsfischer, etwa 180 sonstige Beschäftigte sowie 412 Freizeitfischer. Bei den Berufsfischern sind 20 Prozent der Fischer älter als 55 Jahre und 10 Prozent älter als 65 Jahre. Lediglich 25 Berufsfischer sind jünger als 32 Jahre.