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Lieder und Gedichte über die Hochseefischerei der DDR

gesichtet und gesammelt von Bernd Meyer.

Lieteraturübersicht

 

 

Lied des Trawlers ROS 204

Wir sind ins Nordmeer gefahren durch Wogengebirge und Schnee.

Wir fischten an stürmischen Tagen, wenn wild und gefährlich die See.

Ja, es fischte der Hein, und es fischte der Hans, und die Wellen luden das Schiff zum Tanz.

 

Hievt op! Kameraden! Denn der Fisch ist im Steert.

Und am Pier steht ein Mädchen, dem mein Herz gehört.

Es hing an der Reling der Moses, die Nase war weiß wie Schnee.

Er schwur bei dem Wettergetose: Nie fahre ich wieder zur See.

Ja, es fischte der Hein, und es fischte der Hans nur einen vergammelten Rotbarschschwanz.

 

Hievt op! Kameraden! Oh, kein Fisch ist im Steert.

Auf der Brücke der Käp´tn, der ist ganz verstört.

Doch Moses, der nahm sich zusammen. Er wurde ein Seemann wie Hein.

Er fing den Fisch mit den Händen und schiffte sich gleich wieder ein.

Ja, es fischte der Hein, und es fischte der Hans für den Moses ´nen seefrischen Lorbeerkranz.

 

Hievt op! Kameraden! Soviel Löcher im Steert.

Und am Pier steht der Konsum und ist angeschmeert.

Wir sind ins Nordmeer gefahren, der Moses ging über Bord.

Die Rotbarsche kamen in Scharen; für uns war das Fischen ein Sport.

Ja, es fischte der Hans, und es fischte der Hein; wir brachten wohl viertausend Körbe ein.

 

Hievt op! Kameraden! Soviel Fisch ist im Steert,

auf der Brücke der Käp´tn, der schautz ganz verklärt.

Nun fahren wir heim mit der Brise, am Himmel die Sonne uns lacht.

Leb wohl, stille Rotbarschwiese! Wir haben im Bauch gute Fracht.

Ja, es zwitschert der Hans , und es zwitschert der Hein

Eine ganz lütte Buddel voll Branntewein.

 

Hievt op! Kameraden! Denn der Fisch ist im Steert.

Und am Pier steht ein Mädchen, dem mein Herz gehört.