Bücherverzeichnis
Bernd Meyers Literaturbeschreibungen
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Alle aufgeführten Bücher geben den Hochseefischeralltag auf den Kuttern, Loggern, Trawlern, Tranport- und Verarbeitungsschiffen, Supertrawlern und Kühl-und Transportschiffen, Gefriertrawler und den Z-Trawlern des Kombinates eindrucksvoll wieder. Die Fotos sind schon fast historische Dokumente.

 

Insbesondere sind es nicht nur Erzählungen, sondern auch der Zeitgeist wird rübergebracht. Wie gefischt wurde und was und womit kann man dort lesen.

 

 

 

„Das Fischereischiff“ von Rainer Crummenerl

 

Kinderbuchverlag 1987

In diesem Buch wird einfach und umfangreich über die Fischerei, insbesondere die Hochseefischerei berichtet. Sehr schöne Illustrationen über alle Schiffstypen und über Fische sind enthalten. Auch die Tätigkeiten an Bord sind gut beschrieben. Der Autor wusste persönlich, worüber er schrieb. Er machte eine mehrmonatige Reise auf ROS 304 mit. Über diesen Reisebericht später. Thomas Kardis aus Weimar machte besagte Reise als PA auch mit.

 

„Leinen los“ von Leo Lux

 

Kinderbuchverlag

Ein Kinderbuch über eine Fangreise der „Jungen Welt“ in Erzählform. Der Kapitän fungierte als Fangleiter. Sehr interessant mit schönen Illustrationen.

 

„Logger im Bau und auf See“ von B. Schuster und H. Räde

 

Kinderbuchverlag 1952

Eine Rarität! Die Illustrationen von H. Räde sind einfach gelungen und realistisch. Hier geht es vom Schiffbau der Logger über die Fangreisen bis zur Anlandung und Verarbeitung. Es fängt mit einem Zeltlager von Pionieren in Göhren/Rügen an und ist kindgerecht geschrieben. Sehr empfehlenswert.

 

„Das Lofotenbaby“ von Lothar Höricke

 

Neues Leben 1986

Wieder ein heiterer Roman des Autors der „Fischzüge“.Hier geht es um Liebe und die Folgen. Trotz seefahrtsärztlicher Untersuchung kommt eine Schwangere als PA auf den Verarbeiter „Seeschwalbe“. In Höhe der Lofoten wurde das Baby geboren.  Die Reederei heißt Fernfischereikombinat Stralsund-Neuholm. Ein Kompromiss zwischen FIKO Rostock und Sassnitz.

Illustrationen wieder von Eberhard Binder-Staßfurt.

Eine empfehlenswerte leichte Lektüre.

 

„Sohn der sieben Weltmeere“ von Frank Sakuth

 

Frieling & Partner 2002

Eine Lebensgeschichte vom Fischerjungen über den jüngsten Steuermann des FIKO Sassnitz bis zum Kapitän des Fährschiffes „Sassnitz“.

Auch dieses Buch ist für alle Interessierten empfehlenswert.

Einige Fotos und eigene Bilder des Autors runden den guten Eindruck ab.

 

 

„Logger Ahoi“ „von Herbert Kasten

 

Verlag Neues Leben Berlin 1953

Ein Bericht über eine Fangreise des Loggers ROS 124 „Adolf Hennecke“ im Juli 1952 zum Fladengrund. Kapitän war der damals 29jährige Walter Bartz. Dieser sollte nach Beendigung als Fangleiter im FIKO eingesetzt werden. Berichtet wird vom Aufbau des Kombinates, von den Schwierigkeiten der Fischerei auf dem Logger. U.a. gab es ein Treffen mit dem damals neuen Seitentrawler ROS 202 vor der südnorwegischen Küste. Kapitän war der Kieler Otto Baldrusch. Auch  ein kurzes Treffen mit dem Logger ROS 103 „Friedrich Engels“, Kapitän war der 23jährige Walter Holst, wird geschildert. Neben vielen Erklärungen ist das Lied der Hochseefischer enthalten. Sehenswert die schönen, aber leider nicht farbigen Fotos von der Reise.

Für Kollegen, die auf einem Logger gefahren sind, ein Muß.

 

„Die See kommt dwars“ von Jürgen Lenz

 

Sachsenverlag Dresden 1954

Berichte über 2 Fangreisen im Januar und Mai des Seitentrawlers ROS 202 zu den Fanggründen vor Norwegen im Januar und zur Bäreninsel im Mai 1953. Auch hier ist der Kapitän wieder aus dem Westen, aus Hamburg. Demzufolge kann es Otto Baldrusch nicht gewesen sein.

Auch hier werden die Anfänge des Kombinates, kurz auch des Sassnitzers, geschildert. 4 moderne Seitentrawler gab es gerade. Auch in Marienehe war alles noch provisorisch und es gab auch bei der Ausrüstung der Fangschiffe viele Probleme.

Wieder sehr schöne Bilder von den Reisen. Resümee: Sehr empfehlenswert.

 

 

„Wenn die Heringe ziehen...“ von Benno Pludra

 

Verlag Tribüne Berlin 1955 

formell zum Schiffsnamen zustimmen mussten.

Schöne schwarz – weiß Fotos, sehr schöne Erzählung. Da kommen Erinnerungen auf.Benno Pludra, einer meiner Lieblingsschriftsteller. Wer erinnert sich nicht an „Lütt Matten und die weiße Muschel“, an „Die Reise nach Sundevit“ und an „Tambari“. Pludra war selbst Seemann und hat als ca. 27 jähriger Schriftsteller vom 24.08. bis zum 12.09.1953 eine Fangreise mit dem Logger ROS 119 „Patriot“ unter dem Kapitän Rau mitgemacht. Realistische Beschreibungen des Lebens auf  See mit allen Problemen beinhaltet dieses Buch. Schwierigkeiten mit Decksleuten und dem Koch werden anschaulich geschildert. Auch der Einsatz von Baumwollnetzen, die für den Logger viel zu schwer waren. Leitschiff bei dieser Reise war anfangs ROS 202 (taucht in mittlerweise 3 Büchern auf), später der Trawler 201.

Auch ein bebildertes Treffen mit ROS 204.

Kurz zu den Bezeichnungen der Seitentrawler: Zu dieser Zeit hatten alle noch keine Namen (ROS 202 später „Stalinstadt „), da bei den Städten diese

 

 

„Fang im Nordmeer“ von G. Otto Dix

 

URANIA Verlag 1957

Hier wird eine Fangreise in das Nordmeer, u.a. Fangplatz Bäreninsel aus dem Jahr 1955 geschildert. Es war die Reise des Seitentrawlers ROS 206 „Guben“ (der Name war vergeben zu dieser Zeit!) unter dem Kapitän Bruno Henning, auch er ein Hamburger, der in den Osten ging.

Auch hier werden die schweren Anfänge des Fischkombinates geschildert. Die schwere Arbeit auf  See, die nicht planbaren Hols  und die Freizeit werden realistisch beschrieben. Desweiteren werden viele Dinge, wie z.B. die Ausbildung zum Hochseefischer, der Aufbau des Trawlers, die traditionellen Fangplätze usw. benannt.

Einmalig sind die herrlichen Farbfotos(!!!).  Ein Super- Bild von ROS 212 „Eisenach“, die damals nagelneu war, ist im Buch enthalten.

Ich glaube, jeglicher Kommentar ist überflüssig.

 

„Arzt im Atlantik" von Dietmar Beetz

Verlag Neues Leben Berlin 1971

Der Autor fuhr selbst jahrelang als Schiffsarzt zur See. In seinem Buch, das in Briefform geschrieben wurde, schildert er seine erste Reise auf einem Fang- und Verarbeitungsschiff. Dieses Schiff( ROS 321 „Anna Seghers“) ist fiktiv, wie jeder Hochseefischer erkennen kann. ROS 321 war natürlich die „Lichtenhagen“.  Auch ein Arzt hat zu tun und muß in diesem Falle gar auf einen Trawler übersteigen. Interessante Sicht aus einer anderen Perspektive.

 

„Lockende See“ von Herbert A. W. Kasten

Petermänken – Verlag Schwerin 1955

  1. Teil „Leinen los“ wurde schon beschrieben (Logger ahoi“).
  2. Teil „Trawler unter der Mitternachtsonne“ beschreibt die 2. Reise des Trawlers ROS 204, die am 23. Mai 1953 begonnen hat. Die erste Reise währte vom 01.05. bis 25.05.1953. Kapitän war der Glücksburger Klaus Mansholt. Beide Reisen führten nach Norwegen und zur Bäreninsel. 1. Steuermann war Fritz Beyer und 2. Steuermann war Gerhard Hein. Die Kapitäne von ROS 202 Odje Schill und ROS 203 Gerd Schulte spielen auch eine Rolle. Hilfsschiff war zu jener Zeit der Logger ROS 114 „Stalingrad“ unter Otto Baltrusch, auch einem „Westkapitän“. Den Logger ROS 109 führte der Kapitän Werner Dörfling. In diesem Buch wird wieder von den Anfängen des Kombinates berichtet. Die ersten 4 Seitentrawler kommen zum Einsatz.
  3. „Schiffe des Lebens“ schildert den Aufbau der Volkswerft in Stralsund als Werft für die Hochseefischerei.

Sehr interessant mit historischen Bildern.

 

„Seemannsgarn – neu gesponnen.  Heringsflotte auf großer Fahrt“ von Eduard Claudius

Aufbau – Verlag Berlin 1954

Hier wird eine Reise des Trawlers ROS 202 im Jahr 1953 geschildert. Kapitän war der Bremerhavener Eduard Bednarzik. Geschildert wird der Lebensweg des Kapitäns, seine Übersiedlung nach Rostock und seine Schwierigkeiten mit dem Plan. Selber Kapitän eines Fischdampfers in Bremerhaven entschließt er sich nach Rostock zu gehen. Auch sein 1. Steuermann fing beim FIKO an, schon vorher. Er wurde Kapitän auf dem Logger „III. Weltfestspiele“.

Probleme, wie damals üblich, gab es vielfältige. Das FIKO wurde gerade gebaut. Trümmer einerseits und neue Fischhallen prägten schon das Bild in Marienehe.  Gemüse fehlte vor dem Auslaufen. Die Fangreise führte an die englische Küste. Harte Arbeit mit stets wechselndem Erfolg. Das kennt man ja in der Hochseefischerei. Der 2. Steuermann, „goßes Patent“ genannt, war früher Loggerkapitän, verkaufte mal in Dänemark den Fang, ging aus Angst nach Westberlin und kehrte zurück. Trotz seiner Qualifikation konnte er vorerst nur als 2. Steuermann fahren.

Eduard Claudius, Kommunist, Spanienkämpfer und Schriftsteller schildert realistisch den harten Alltag auf See.

Obwohl von der Besatzung der ROS 202 nicht gewünscht, stieg er zur Heimreise auf den Logger „III. Weltfestspiele“. Kulturforum.

Leider keine Fotos.

 

„Mit Netz und Winsch auf hoher See“ von Eduard Claudius

Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1973

Claudius schildert eine Fangreise zum USA – Schelf Anfang der 70er Jahre mit der „Bodo Uhse“ unter Kapitän  Heinz Adler („Vom Alex zum Eismeer“, Seite 330!). Es geht um Makrelen. Bei der Georgsbank sind schon die „Kellermann“, „Kast“, „Becher“,“ Dehmel“, „Brecht“, „Weiskopf“ und etliche Logger. Die „Uhse“ musste auf der Hinreise natürlich Post und verschiedene Ersatzteile für die Flottille vor Ort mitnehmen.  Claudius ist ein hervorragender Beobachter.  Typisch das Leben auf einem Fang- und Verarbeiter. Produktion und Fang spielen eine große Rolle.  Wenn „zuviel“ Fisch da war, mussten alle in die Verarbeitung (außer natürlich die Matrosen).  Der ewige Rhythmus, der wenige Schlaf und die harte Arbeit – wer kennt das nicht? Vielleicht die Funker und die Elektriker? Kleiner Spaß nebenbei.

Am 08. März 1968 vor Labrador geriet die „Junge Garde“ in Seenot. Bei einer Übergabe geriet der Steert in die Schraube. Packeis führte zu einem Leck, die Elektrizität fiel aus. Unter Leitung des Chiefs und der Hilfe von Spezies gelang es am 10. März aus dem Eis zu kommen. Mehrfach konnten Schleppverbindungen nicht realisiert werden oder die Trossen brachen. Claudius befragte später Chief Wilhelm Rügheimer (der Gefriertrawler ROS 806 wurde nach ihm benannt) und Kapitän Werner Niedermeier (Gefriertrawler ROS 803). Beide blieben bescheiden, wiesen jede Heldentat von sich. Allerdings, das war schon eine ganz schwierige Situation, die mit einem Schiffsuntergang hätte enden können.

Mit dem KTS ROS 318 „Breitling“ ging´s gen Rostock.

Sehr schöner Bericht mit interessanten Bildern.

Nach Eduard Claudius wurde in den 70ern ein Supertrawler benannt.  

 

"Hochseefischer - Menschen ganz besonderer Art" von Günther Krügers
Ein sehr schön geschriebenes und informatives Buch über die gesamte Epoche des Fischkombinates, erzählt von Persönlichkeiten der ostdeutschen Hochseefischerei. Gut gefallen hat mir die glaubhafte Darstellung der Verhaltensweisen der Handelnden in der praktischen Arbeit, die Veränderungen der Fischerei über die Jahre und insbesondere die konkreten Schilderungen einzelner Episoden. Ich werde später nochmals daraufeingehen, da es viele Berührungspunkte mit anderen Bücher usw. gibt.
Ich denke, dass dies auch für Kapitän Günther Krüger von Interesse sein könnte, da er z.B. auch in Saßnitz den Beruf erlernte.

 

unter "http://www.dsm.de/DSM/2fisi.htm" über das Schifffahrtsmuseum Bremerhaven von Herrn Dr. Ingo Heidbrink informieren.

Ein interessanter Zeitzeugenbericht vom Autor Hans Wölbing über den Seefunk auf deutschen Fischereischiffen gibt Einblick über die Informationstätigkeit der Fangschiffe untereinander . Nachzulesen unter:

"http://home.t-online.de/home/hbusch/erinnern.htm"und über seinen Weg zur Seefahrt unter "http://home.t-online.de/home/hbusch/zumfisch.htm".

Eine besonders eindrucksvoll geschilderte und optisch toll dargestellte "Äquatortaufe" aus dem Jahre 1967 vom Funkoffizier Rödle kann jeder Interessierte unter: "http://privat.schlund.de/v/videoclubahrweiler/equator/equator.htm" nacherleben. Funker hatten immer die meiste Zeit auf den Schiffen, daher auch die detailgenaue Beschreibung des Ablaufes und die Erfassung aller Texte.