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Bernhard Sommer berichtet
über eine Hochseefischerei-Begebenheit
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"Arbeitsunfall auf ROS 212 „Eisenach“"
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(aufgeschrieben auf Wunsch des Webmasters) Also
die Sache mit SU-Frachter war so, wir fischten als Einzelfahrer sehr
weit im Süden des USA-Schelfes. Soweit ich
mich erinnere, sollten wir als Versuch Schildmakrelen fangen und salzen.
In Rostock wollte man dann versuchen, aus den Salzmakrelen etwas für die Bevölkerung zu machen. Deshalb erhielten
wir auch Durchschnitt + Fangprämie. Das Geld stimmte zwar, aber die
Makrelen sonderten nach dem Noppen einen Saft ab, der die Haut zwischen
den Fingern zerfraß. Anfangs wussten wir nicht, dass die Dederonschlachthandschuhe
den Vorgang noch beschleunigten.
Es war sehr schmerzhaft. Abhilfe brachten dann dünne Gummihandschuhe,
die wir uns anfangs noch privat von zu Hause schicken ließen. Wieso
die Privatpost so gut lief, weiß ich nicht mehr so genau. Ich glaube
aber, wir wurden über die DSR von planmäßigem Kubafahren
mit Post versorgt. Soviel
der Vorrede, es geht ja eigentlich um die medizinische Hilfe, die ich
erfahren habe. Nach
einem Aussetzen sind wir an Deck geblieben und haben irgendwas gehievt.
Ich war am Steuerbordspillkopf. Auf
der Brücke hatte der Alte sein Fenster auf und rauchte. Dann warf er
die noch brennende Kippe aus dem Fenster.
Die flog aber nicht wie geplant in Wasser, sondern auf die Bremstrommel.
Durch den Aufprall stoben kleine
brennende Tabakteile umher. Und so einen Funken bekam ich in mein rechtes
Auge. Im
ersten Moment war die Sache nicht dramatisch. Ich hatte einfach das
Gefühl, als wenn ein Staubkorn in mein Auge
geraten ist. Also
ging es weiter mit der Arbeit. Nach
einiger Zeit wurde das Brennen aber immer schlimmer und ich habe einen
Netzmacher gefragt, ob etwas an meinem
Auge zu erkennen sei. „Hähnchen“ (Gerd Hahn) hat gesagt, dass das Auge
feuerrot sei und mich sofort zum I. (Offizier) auf die Brücke gejagt. Der
hat auch sofort eine Augenspülung mit Kamille gemacht, aber es wurde
nicht besser und schmerzte sehr. Dann
hat er den Alten informiert. Der hat dann den Funker gefragt, ob in
der Nähe ein deutsches Fischerei-Grossschiff
oder ein Frachter
sei. Keine Chance. Dann
wurde über Rügen-Radio mit einem Arzt gesprochen. Der meinte, so schnell
wie möglich an Land, aber von Kuba
und Mexiko, was relativ in der Nähe war, riet er ab. Dort wäre eine
qualifizierte Behandlung sofort kaum möglich
und bei mir bestände die Gefahr, dass ohne fachgerechte und schnelle
Behandlung eine Erblindung auf dem Auge droht. Der
Alte beschloss dann, die Fischerei abzubrechen und die USA-Küstenwache
zu erreichen.
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