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Guntram Suczek berichtet über seine Einsatzzeit als Taucher im Fischkombinat Rostock
ein anderes Erlebnis

 

 

Tauchereinsätze im Nordatlantik

Copyright by Guntram Suczek

Während meiner Ruderwache hörte ich ein Gespräch über UKW mit , welches der Kapitän eines modernen BRD-Fischereischiffes der Uni-Klasse mit unserem Kapitän führte.Es wurde da sehr höflich angefragt ob das Gerücht ,welches in seinem Kollegenkreis die Runde machte, der Wahrheit entspräche.In der Rostocker Flotte sollten sich Taucher befinden. Mein Kapitän bestätigte dies ebenso höflich und man kam zur Sache. Das BRD-Fahrzeug war manövrierunfähig,da Netz und Tauwerk sich um die Schraube gewickelt hatten.Zum Schleppen in den nächsten Hafen ( der mehrere Tage entfernt war) hätte der Kaptän einen seiner Bremer Kollegen bitten müssen.Dies sei aber bei den günstigen Marktpreisen , die er mit seiner Ladung in Bremerhaven hätte erzielen können,sehr kompliziert. Das mit den Marktpreisen haben ich zwar zur damaligen Zeit nicht verstanden, aber unser Kapitän verstand sofort, er wurde um Hilfe gebeten. Ein kurzer fragender Blick zu mir ( bist du einsatzfähig ? )und die Hilfe wurde vereinbart.

Da die Taucherausrüstung ständig gewartet wurde, waren wir ( der Signalmann und ich ) sofort einatzbereit. Wir beide und zwei weitere Matrosen hätten genügt , mit dem großen Schlauchboot zum Westdampfer zu paddeln. Das Boot war aber randvoll mit Mitreisenden( warum auch immer ). Ich hatte damals ein erhabenes Gefühl auf der hochmodernen Brücke dem Kapitän über unsere Sicherheitsvorschriften beim Tauchen hinzuweisen. Diese sahen sinngemäß vor: Alle von außenbords Wasser ansaugende Aggregate abzustellen,das Abschließen des Maschinenraumes und Hinterlegen des Schlüssels auf der Brücke.Wir einigten uns auf das real machbare und der Einsatz begann. Das Schiff lag ruhig in der See ,Wassertemperatur mehrere Grad plus. Ich tauchte vorerst paar Meter von der Schraube dwarsab , um mögliches Schweben des Netzwerkes zu beobachten.Dieses bedeutet beim Tauchen eine große Gefahr. Verhakt sich dieses Netz-und oder Tauwerk beim Losschneiden aus dem Flunkenbereich am Gerät des Tauchers, geht es unweigerlich ab in die Tiefe. Da ist auch der Signalmann, der mit dem 2.Gerät einsatzbereit im Boot wartet,völlig machtlos.Das um die Flunken gewickelte Netzwerk konnte ich relativ einfach zerschneiden und die abgeschnittenen Teile gefahrlos auf Tiefe schicken. Um kein Risiko einzugehen,geschah dies auch sehr zeitaufwendig und mein Pressluftvorrat schaltete auf Reserve. Um das sich um die Schwanzwelle gewickelte dicke Nylontauwerk zu beseitigen, reichte der Luftvorrat aber nicht mehr.Die Aufgabe erschien mir aber lösbar. Nach dem Auftauchen fragte der Kapitän natürlich sehr besorgt, wird es klargehen? Ich antwortete mit ebensolchen besorgten Gesicht, ich gebe mir Mühe, aber versprechen kann ich es nicht.

Nach dem Wechsel der Pressluftflasche erfolgte ein weiterer Tauchgang.

Das Tauwerk von der Schwanzwelle loszubekommen, war nicht sehr schwierig und zeitaufwendig. Danach klemmte ich meine Beine um einen Flunken und ruhte mich aus. Schließlich bekam ich nach Tauchzeit bezahlt.

Dabei staunte ich , wie auch später noch , wie wenig dazugehört, so einen starken Schiffsmotor zum Stillstand zu bringen.Die Aktion war für alle Beteiligten ein Erfolg. Der Kapitän  erzielte bestimmt noch einen guten Marktpreis, denn die Hilfe erfolgte kostenlos, wir Lords hatten den Bauch voll Dornkat und die Taschen voller bunter Zeitschriften, unsere Begleiter lachten auch sehr laut bei der Rückfahrt mit dem Schlauchboot .Alle wurden sicher mit einem Tampen um den Bauch die steile Jakobsleiter hochgezogen.

Von meinem Betrieb bekam ich selbstverständlich mein Tauchgeld bezahlt; und das für eine kostenlose Hilfe für Andere.