Der Weißkohlmüll

 

 

In den 70ger Jahren wurde ja noch aller Müll von den Schiffen über die Reling entsorgt. In den Häfen wurde der Müll meist in Säcken gesammelt, um ihn dann auf See über Bord zu werfen. So wurde das auch auf Robert Koch praktiziert wenn sie in Havanna im Hafen lag.

Eberhard Ehrich, der die Robert Koch als Kapitän fuhr bestellte beim Schiffsmakler 50 Müllsäcke. Eberhard sein Englisch war nicht besonders und das des Vertreters nicht besser. Man verständigte sich aber, dass die Lieferung im Moment nicht möglich sei, aber beim nächsten Einlaufen sollten die 50 Säcke geliefert werden. Wie staunte Eberhard als beim Einlaufen der Vertreter der Agentur mit einem Lkw mit vollen Säcken an der Pier stand. Beim näheren Hinsehen konnte man erkennen, es waren 50 Säcke mit Weißkohl.

Das war unter kubanischen Verhältnissen eine Meisterleistung 50 Säcke mit Kohl zu beschaffen. Leider konnte Robert Koch diese Menge aber nicht abnehmen. Eberhard und auch der Vertreter der Maklerei waren fassungslos. Der eine sagte das habe ich nicht bestellt. Der andere behauptete aber, dass das eindeutig abgemacht wurde. Außer 3 Sack ging alles wieder zurück. Das Zeug woanders zu verkaufen war in Havanna für den Makler kein Problem.

Beide Seiten rätselten, wie es zu diesem Missverständnis kommen konnte.Es klärte sich aber auf. Müll ist englisch cabbage oder auch rubbish und Kohl garbage. Wenn man die Worte oberflächlich englisch ausspricht, klingen sie fast gleich und weil der Vertreter der Agentur immer die Obst und Gemüsebestellungen annahm, war für ihn sicher, dass es sich um Kohl handeln musste.

Im Nachhinein war uns klar der Kubaner kannte das Wort für Kohl aber nicht die Worte für Müll und Abfall und so bestellte er statt Säcke für Müll Säcke mit Kohl.