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Wenn ein Hochseefischer nach Havanna fliegen konnte oder durfte, so war das schon etwas besonderes und er wollte, während des kurzen Aufenthalts, möglichst vieles über das Land wissen. Jeder setzte voraus, dass der Fischereivertreter alles über die Stadt und die Insel weiß. In meiner Anfangszeit konnte ich oft die Fragen , was ist das für ein Baum oder wie heißt das Haus, der Stadtteil oder die Straße nicht beantworten. Heute gebe ich zu, dass ich manchmal einfach von mir selbst erfundene Namen sagte. Wurde ich nach einem selten aussehenden Baum gefragt, antwortete ich, das ist eine mittelamerikanische Zwirbelpalme. Die habe ich in Erinnerung behalten. Mein Unwissen war Anlass mich sehr intensiv mit der Geschichte von Kuba, der Stadt Havanna und auch mit die Botanik von Kuba zu beschäftigen. Ich habe dann, weil der Interklub keinen deutschsprachigen Fremdenführer hatte, mit vielen Besatzungen in Havanna Stadtrundfahrten gemacht. Das machte mir sehr viel Spaß, weil es sehr interessierte Besatzungsmitglieder waren und es am Ende immer Beifall von zufriedenen Mitfahrern gab. Eines Tages kam von der Seeredereivertretung ein dringender Hilferuf. Sie hatten für eine besondere Passagiergruppe von der „Völkerfreundschaft“ eine Stadtrundfahrt organisiert. Der Bus stand abfahrtbereit vor dem Schiff und es fehlte ein deutschsprachiger Stadtführer. Ich hatte Zeit und hetzte zum Hafen, schwang mich in den Bus und begann, ohne jede Vorrede, die Stadtführung. Nach zwei Sunden beendeten wir wieder vor dem Schiff unsere Fahrt. Es gab Beifall und von einer Frau mit sächsischen Dialekt wurde mir gesagt, dass ich ein „fast“ fehlerloses Deutsch spräche und gefragt, wo ich das gelernt hätte. Ich sagte, dass ich aus der DDR komme und hier in Havanna DDR Fischereivertreter sei und wir unsere Besatzungen, die vor der USA Küste fischen, hier austauschen. Die gleiche Frau fragte nun erstaunt, ach, so weit schicken wir unsere DDR Boote raus ? Das Wort Boote machte mich fast sprachlos über das Unwissen dieser Frau über unseren Berufszweig. Ich habe das aber zum Wissen gemacht und sah erstaunte Gesichter darüber, was es alles in der DDR gibt. |