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Hallo! Tausende Hofis hat es einmal gegeben und heute 20 Jahre nach der Vernichtung unserer Firma,findet man nur noch eine Hand voll, davon, die sich auf diesen Hofi-Portal wieder finden. Egal, denn heute erzähle ich wieder einmal eine Geschichte von einer Stewardess, die mit der Seekrankheit nie fertig wurde und nach kurzer Zeit die Heimreise antrat. Den Namen behalte ich für mich, da ich nicht weiss, ob es dieser Frau überhaupt recht wäre. Es war ihre erste und letzte Reise. Da sie mir sehr vertraut war, versuchte ich ihr die Flausen aus den Kopf zu vertreiben. Ich riet ihr mehrmals ab dazu und warnte sie innig, das sei nichts für sie. Doch sie blieb stur und so begann schließlich in Rostock-Marienehe ihr Vorbereitungskurs in bezug auf Seefahrt,Seenot und Verhaltensmuster, sprich Musterrolle. Sie fand es sehr spannend und am Abend konnte sie fast noch alles auswendig.Dann kam der Tag " x ". Wir lagen noch im Hafen und mit Kittelschürze wurde in der Mannschaftsmesse aufgebackt. Die Welt war in Ordnung, bis der Supertrawler in der Irischen See aufdampfte. Gabriele ( so nenne ich sie jetzt einmal, nach ihrem 2.Vornamen ) wurde nun seekrank und kam aus der Koje nicht mehr heraus. Das war nun mal Normalität für Anfänger und so machte sich keiner große Sorgen um sie. Doch vom ersten Tag an briste es gewaltig.Nie hatten wir auf die Fahrt über den großen Teich unter Windstärke 8. Und es sollte noch gewaltiger werden.Gabi versuchte dennoch der Kombüse zur Verfügung zu stehen. Sie backte fleißig auf und plötzlich geriet sie zu allem Überfluß mit der Offiz.-Stewardess in Streit, wegen einem Stück Butter. Der Streit eskalierte und so landeten die 5 Finger von Gabi im Gesicht der rothaarigen O-Stewardess. Das Schiff hatte sein Thema ! Doch das Thema wurde abgelöst von einem anderen Thema. Ich schrieb einmal darüber in "Schiff in Gefahr". Der Sturm nahm rassant zu-Orkanstärke, Tage lang, Wochen lang. Von einem Offizier erfuhren wir einmal später, das der Supertrawler zwischendurch nur 1 sm machte. Einmal legte sich das Schiff fast auf die Seite. Nur 4° Neigungswinkel sollen zum möglichen Unglück gefehlt haben. Gabi nahm während dieser Reise fast 20 Kg ab ! Vor Seekrankheit war sie kaum noch ansprechbar, also beschloß ich mit der Stewardess zum Kapitän zu gehen. Er empfing uns freundlich und bereitwillig. Der Sturm, der schon über eine Woche anhielt, warf den Trawler immer hin und her,einmal 10 Meter hoch, dann fiel er 10 m wieder runter. Seemänner,die schon 20 und 25 Jahre dabei waren, wurden seekrank und speiten still und heimlich, manchmal unheimlich. " Was soll ich tun ? " fragte der Kapitän leicht genervt. Gabi unsere schwer seekranke Stewardess weinte natürlich nur noch und hoffte auf eine erlösende Antwort. Ich: " ...Käpitän, kann man vielleicht nicht einen anderen Kurs einschlagen ? Naja, ich, ich meine, naja, also, vielleicht, naja einen südlichen Kurs vielleicht...? " In diesen Moment krachte wieder eine Welle gegen die Bordwand und das Schiff fiel wieder 10 m in die Tiefe. Wir hielten uns alle an der Back fest. Der Dampfer kam wieder hoch und wir nahmen die alte Sitzposition ein. " Das ist der südliche Kurs Herr Kutsche..." Für die Stewardess brach eine Welt zusammen. Der Kapitän ordnete an, das Gabi in die Krankenstation kommt-in die Schlingerkoje ! In der Schlingerkoje sollte die Kranke die Schiffsbewegungen nicht mehr ertragen müssen. Zusätzlich sollte der Schiffsarzt hinzugezogen werden, damit Gabi an den Tropf gelegt wird. Ich klopfte beim Schiffsarzt aufgeregt am Schott. Der machte nicht auf und somit öffnete ich die Tür. Dieser lag auf der Ducht und krümmte sich vor Seekrankheit. Dennoch, er kam sofort um zu helfen. Im Krankenzimmer bat er mich ihm zu helfen. Das war nicht einfach, denn die Nadel wollte durch die Schiffsbewegung und seekrankheit des Arztes nicht ohne Weiteres in den Arm der Kranken. Zum Überfluß fehlte nun ein Verbindungsstück vom Tropf zum Schlauch, so das die Flüssigkeit auf den Boden landete.Gabi,die tapfere Stewardess zappelte nur noch auf der Krankenliege und betete zum Himmel, das diese Reise bald ein Ende nehmen würde. Als wir die amerikanische Küste erreichten, beruhigte sich die See. Das lag daran, das das Eis uns jetzt diese Ruhepause gönnte. Gabi sollte von Amerika wieder nach Hause geflogen werden, doch der Flieger wurde verpaßt-zu spät ! Der Kapitän verkündete : Frau Stewardess wird die Heimreise per Schiff antreten, mit einem Transportschiff ( ROS 319, 320, 321, oder 322 ? ). Die Antwort : Nein niemals !!! Vor New York stieg sie unter Tränen über die Jacobsleiter zwischen zwei auf und abgehenden Schiffen hinüber zum Transporter.Die Heimreise erlebte Gabi von Amerika nach Delfzijl / NL bei spiegelglatter ( !! ) See. Langsam wurde sie auf dem KTS in das Kombüsen-Leben eingeführt. In Rostock meinte sie einmal "...So wie es auf dem KTS war, so habe ich es mir vorgestellt." Ich antwortete nur "...Ich habe dich gewarnt...". Danach bestieg Gabi nie wieder ein Schiff, weder ein Flußdampfer noch eine Fluß-Fähre. Auch Spaziergänge am Wasser waren schon bedenklich für sie. Gruß Lothar |
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