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Wilfried Gille
berichtet über Hochseefischerei-Begebenheiten
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"Erfahrungsaustausch unter Hochseefischern "
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Hochseefischer halten Erinnerungen
wach
Aus Anlass von 60 Jahren Hochseefischerei und Fischereihafen Rostock
bereiten Ehemalige das Jubiläumsjahr 2010 vor. Im kommenden Jahr wollen die Fahrensleute an Gründerzeiten vor 60 Jahren erinnern, mit einer Ausstellung, Treffen und Symposien. Mit im Vorbereitungskomitee sitzt Bernd Coijanovics. Er war Kapitän und engagiert sich im Freundeskreis Hochseefischerei. 1950 sei in Rostock der Grundstein für die größte deutsche Hochseeflotte und einen eigenen Hafen gelegt worden. Fast 500 Schiffe mit bis zu 5000 Besatzungsmitgliedern seien unterwegs gewesen, erinnert sich der gebürtige Thüringer. Für DDR-Bürger sei Seemann ein Traumberuf gewesen. Wer einmal an der Ostsee Urlaub gemacht hatte, wollte einfach nicht wieder weg vom Meer. Mir ging es genauso, erzählt Coijanovics. Ein Treffen Ehemaliger soll es zum 60. geben. Die Resonanz dürfte groß sein, schon im vergangenen Jahr kamen zu einem Treffen mehr als 2000 Fischerei-Mitarbeiter. Das solle aber mehr sein, als in alten Erinnerungen zu schwelgen, sagt Hermann Cziwerny. Der 63-Jährige war über Jahrzehnte auf zahlreichen Schiffen für die Fischverarbeitung auf See verantwortlich. Seit 1991 betreibt er mit Tochter Katrin in Rostock das international agierende Fischhandelsunternehmen Venfisk. Der Start erfolgte fast auf den Tag genau, als die DDR-Hochseefischerei aufhörte zu existieren. Leider haben wir kaum Exponate für eine Ausstellung retten können. Fast alles ist verloren gegangen, auch aus unserem ehemaligen Traditionskabinett, bedauert der Ex-Seemann. Jetzt hofft er auf möglichst viele Gäste im kommenden Jahr, die etwas zur Präsentation beisteuern können. In Rostock erinnert heute kaum noch etwas an die Flotte. Nach mehreren Eigentümerwechseln seit der Wende gehört die Mecklenburger Hochseefischerei als Nachfolger des einstigen Fischkombinates zur holländischen Muttergesellschaft Parlevliet & Van der Plas. Von 500 Schiffen blieb weniger als ein halbes Dutzend übrig, von 5000 Seeleuten blieben 200. Den Einsatz der Flotte koordiniert Uwe Richter, auch er war DDR-Hochseefischer. In seinem Büro im Fischverarbeitungszentrum Euro-Baltic in Sassnitz-Mukran stehen viele der ehemaligen DDR-Fangschiffe als Modelle. Mecklenburg-Vorpommern hat indes immer noch die größte deutsche Hochseeflotte. Neben der Mecklenburger Hochseefischerei sind weitere Hochseefischerei-Unternehmen mit ihren Schiffen eingetragen. Modern und zukunftsträchtig ist die Branche allemal. So wird ab kommendem Jahr weltweit zum ersten Mal ein Fischtrawler unter Segeln auf Fischfang gehen, sein Heimathafen ist Sassnitz. |