Die Story beruht auf Wahrheit,
jediglich die Namen sind geändert.
Es war in den 60-er Jahren.
Wir fischten mit einem Trawler Typ III bei Grönland.
Ich weiß nicht mehr warum, jedenfalls mussten wir in den grönländischen
Hafen Sukkertoppen einlaufen.
Für uns als frischgebackene Lehrlinge, wir machten die 2. Reise
bei der Fischerei, war das natürlich ein Erlebnis, Seefahrerromantik
pur. Wir waren 2
Lehrlinge an Bord.
Wie gesagt , wir liefen in den Fjord von Sukkertoppen ein. Es gab
keinerlei Pier oder eine Möglichkeit das Schiff festzumachen.
Also legten wir uns mit dem Schiff mitten in der Bucht, umgeben von
hohen schneebedeckten Bergen hin, 4 Matrosen paddelten mit dem Schlauchboot
an Land, einen Tampen im Schlepptau, an dessen Ende die Kurrleine
befestigt war. Die Kurrleine wurde über einen Felsen gelegt ,
das gleiche achter, und wir lagen vor Anker.
In unserer Nachbarschaft lag ein Segelschiff, später erfuhren
wir, dass das eine Fischfabrik war und dort von vielen Frauen Fisch
verarbeitet wurde.
Wir erhielten dann auch noch die Bestätigung als dutzende von
grönländischen Frauen mit Booten angerudert kamen und zu
uns an Bord wollten und teilweise auch kamen.
Wie gesagt, für uns als Lehrlinge ein Abenteuer wie es im Buche
steht.
Die älteren Matrosen
und Besatzungsmitglieder erhielten Landgang, alles ruderte an Land,
wir als Lehrlige erhielten vom Kapitaen keine Erlaubnis das Schiff
zu verlassen. Die Enttäuschung war natürlich gross, das
erste mal im Ausland und wir mussten Bord bleiben.
Wir nahmen allen Mut zusammen und gingen auf die Brücke und "beknieten"
den Kapitän.
Unser Argument, wir mussten schließlich arbeiten wie die Matrosen,
teilweise 18 Stunden , und wenn es ans Vergnügen ging , sollten
wir zurückstehen.
Der Kapitän lies sich erweichen und erlaubte uns ebenfalls, aber
nur in Begleitung des Netzmachers Hans an Land zu paddeln.
Wir machten uns landgangsfein und paddelten los.
Wir schauten uns die Ortschaft an und gingen im 2 m hohen Schnee spazieren.
Plötzlich kamen uns drei junge Mädchen entgegen und wir
kamen mit diesen ins Gespräch.
Kurz und gut , als wir uns etwas unterhalten hatten, kam Netzmacher
Hans auf den Gedanken, dass wir die Mädchen mit an Bord nehmen.
Wir als schüchterne Lehrlinge hatten natürlich unsere Bedenken,
doch Hans zerstreute diese recht schnell.
Also gesagt getan, wir gingen in Richtung Hafen und paddelten mit
zwei der Frauen auf das Schiff. Das dritte Mädchen musste nach
Hause.
Ich als der schüchternste von den dreien, ich kam aus einem kleinem
Dorf aus dem Vogtland,
ging natürlich leer aus.
Netzmacher Hans verschwand mit der einen in seiner Kammer und mein
Mitlehrling mit der Anderen in unsere Kammer. Zuvor bat er mich noch
ja nicht in die Kammer zu kommen, solange er mit dem Mädchen
da drin war.
Ich drückte mich stundenlang auf dem Schiff herum und nach etwas
5 bis 6 Stunden paddelten Hans, der andere Lehrling mit den beiden
Mädchen wieder los und brachten sie an Land zurück.
Zwischendurch muss ich noch berichten, dass inzwischen Ebbe eingetreten
war und unser Trawler lag hoch und trocken auf einem Felsen. Man konnte
den Schiffsboden bewundern und sahen das erste Mal einen Schiffspropeller.
Später kam die Flut wieder und unser Schiff schwamm wieder. Damals
nahm man das alles nicht so ernst, es krähte kein Hahn danach.
Jahre später wäre das ein grosser "Havariefall"
gewesen und hätte Folgen gehabt.
Am nächsten Tag liefen wir wieder aus und nahmen die Fischerei
wieder auf.
Und nun kommt es. Der Kapitän erfuhr, dass mein Mitlehring eine
Frau an Bord hatte.
Beim Schlachten an Deck gröhlte es aus dem Brückenfenster,
eh, Mungie , komm mal hoch.
Mein Mitlehrling , ich nenne ihn mal Otto, ging auf die Brücke.
Dort fragte ihn der Kapitän mit toternster Mine wie er denn dazu
käme als Lehrling ein Mädchen mit an Bord zu bringen.
Otto schlotterten vor Angst die Knie und er stammelte Sätze ohne
Zusammenhang.
So, sagte der Kapitän, du schreibst jetzt einen Bericht über
das Vorkommnis, ich möchte genau wissen was da los war, von Beginn
des Landgangs bis ihr die Mädchen wieder zurückgebracht
habt. Laut Aussage des Kapitäns sollte dann dieser Bericht in
der Berufschule abgegeben werden.
Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, Otto konnte nicht mehr
schlafen und grübelte und grübelte wie er da wieder herauskam.
Er setzte sich hin und schrieb seinen Bericht.
Ich kann mich noch erinnern, er schrieb wie er an Land ging, wie er
ein Mädchen kennengelernt hat, wie er es mit an Bord nahm
.
Doch dann wusste er nicht mehr wie er es schreiben sollte.
Ich riet ihm, sich Rat bei einem älteren Matrosen zu holen. Er
ging zu Max und dieser sagte: "das ist doch ganz einfach."
Und diktierte dem Otto was er schreiben sollte.
Und so schrieb Otto weiter:
Ich briet dem Mädchen in der Kombüse zwei Spiegeleier und
dann schlief ich mit ihr "eine Stunde Brüderschaft".
Am nächsten Tag ging er zum Kapitän und sagte, dass der
Bericht fertig sei.
Dieser wieder mit todernster Mine: "Leg ihn in meiner Kammer
auf den Tisch!"
Nach ca. 1 Woche rief der Kapitaen wieder aus dem Brückenfenster,
nachdem Otto 1 Woche kein Auge zugetan hatte, eh Mungie, hol den Bericht
wieder ab.
Otto holte sich seinen Bericht ab.
Darunter stand die Unterschrift des Kapitäns und eine grosse
1 .
Otto fiel ein Stein vom
Herzen und die Sache war erledigt.