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Wohl
die meisten Schulabgänger im ehemaligen Osten hatten Vorstellungen,
was sie beruflich machen wollten,
nachdem die Schule vorbei war. Für Mein Vater meinte aber damals ein Beruf an Land wäre erst einmal
besser und so begann ich 1982 meine Lehre als Gießereimodellbauer
bei der Giessag in |
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Die
Lehre war 1986 bestanden und im November ging es für 3 Jahre "zur
Fahne". Das war der einzige
Weg, die Armeezeit schnell hinter |
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1988
bewarb ich |
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In
Rostock mussten wir Neulinge, so etwa 30, erst einmal den Lehrgang zur
Benutzung von Rettungsmitteln mitmachen. Gewohnt haben wir im"
Haus der Hochseefischer".
So manchen Abend, wenn wir abends in der Kneipe saßen,
sahen wir die gestandenen Seeleute. Man fragte sich schon, ob man irgendwann
mal dazugehört und wie es wirklich da draussen sein wird.
Eine Woche nach Beendigung des Lehrganges ging es auf zur ersten
Reise. Mit einer alten IL-18
ging es von Schönefeld nach Glasgow. Das erste was ich sah,
als wir aus dem Flughafen rauskamen, war ein altes britisches
Taxi. Irgendwie schon unglaublich , wenn man überlegt, das ich
zwei Wochen zuvor noch bei der Armee im Osten, also dem Gegener, gedient
hatte. |
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Mit dem Bus ging es nach Ullapool. Wohl die meisten Hocheefischer
sind dort gewesen. Später
war ich noch öfter dort. Mein
erstes Schiff war ROS 317 “Junge Garde”. Wenn man noch nie zuvor auf
einem Dampfer war, ist das Ding schon riesig.Wir wurden mit einem kleinen
Boot hinüber gebracht und sind dann das erste Mal eine wacklige
Jacobsleiter hinaufgeklettert. So begann die erste Reise. Kurze Versammlung
im Kinoraum, Aufteilung in die verschiedenen Kammern und die Ankündigung
, das am nächsten Tag für die Reservisten, welche wir ja alle
waren, die militärische Ausbildung beginnt.
WAS………? Ich kam
ja gerade von der Fahne, dachte hätte diesen Abschnitt hinter mich
gelassen. Aber im “Ernstfall”wie es hieß, werden die Fischereifahrzeuge
auch eingesetzt. |
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Die ersten Tage in der Produktion waren schon hart und es dauerte eine Weile sich an den Rhythmus zu gewöhnen. Aber die Eingewöhnungszeit geht vorbei und dann gehört man halt dazu.Wenn ich heute zurück schaue auf mein Berufsleben, dann stimmt es schon , dass ich nirgendwo wieder so viel Kameradschaft und "Teamwork” kennengelernt habe, wie auf See. Ist es nicht das, was wir heute am meisten vermissen? Auf
verschiedenen Webpages habe ich in den Besucherbuechern gelesen, ”Würde
es wieder tun” oder “ich vermisse diese Zeit” usw.
Zwischen 1989 – und 1991 habe ich einige Reisen gemacht , meist
vor Schottland oder auf Heringsfang
vor der eigenen Tür. Aber irgendwann kam das "Aus", das
Land hörte auf zu existieren
und auch fuer Fiko kam das Aus. Es
blieben nur noch Erinnerungen und für |
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Wie
immer kam das erwartete Telegramm im Herbst 1990 mit der Post. Auf zur
nächsten Reise. Nach weiteren Erkundungen beim Fiko sollte diese
Reise nach Walvisbay gehen als ATB
Besatzungsmitglied auf ROS 337 "Ludwig Renn". Es sollte unsere
letzte Reise werden. Die Besatzungsmitglieder von drei Supertrawlern
trafen sich auf dem Flughafen in Berlin-Schönefeld.
Wir besuchten erst einmal die damalige Otto Liliental-Bar. Unser Flug
sollte wohl irgendwann früh um drei Uhr gehen,war ein Charterflug,
genaue Abflugzeiten kannten wir selber nicht. Der Flug verzögerte
sich dann auch um 12 Stunden, da irgendein Land (ich glaube |
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Erstmal auf dem Trawler ging die Reise richtig
los.Der Fisch war gut und es versprach eine gute Reise zu werden. Fuer |
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Die Besatzugen wurden noch einmal getauscht. Alle Lehrlinge gingen auf die " Ludwig Renn“, welche noch auf dem Fangplatz verbleiben sollte oder aber die Ostküste Afrikas heimfahren sollte. Was genau entschieden wurde , weiss ich nicht, aber es ging darum, den Lehrlingen noch genug Zeit zu verschaffen, ihre Ausbildung zu beenden. Einige von uns machten somit Platz und tauschten die Plätze mit ROS 336 “ Hans Marchwitza”. Aber zuvor hatten wir noch einen letzten Landgang in Walvisbay. Wir besuchten die Seemansmission und wie üblich ein paar Kneipen. Die letzten Einkäufe wurden erledigt. Unter anderem auch bei einem deutsprachigem Juwellier in der Hauptstrasse. Ins Gespräch kommend erzählte ich ihm, das es unsere letzte Reise ist, warum und natürlich auch über die ungewisse Zukunft. Seine Antwort war eher überraschend, ”dann kommt doch her, man braucht hier immer gute Arbeiter”. Aber mehr wie ein müdes Lächeln hat er dafür wohl nicht bekommen.
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Mit
der “Hans Marchwitza” ging es dann Richtung Heimat, die Westküste
Afrikas hinauf mit einem 10-tägigen Zwischenstop in |
| Der
Zwischenstopp in |
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Von
da aus ging es dann Ende Januar zurück nach Rostock. Es wurde jeden
Tag kühler und irgendwann war dann Eis auf dem Schiff. Anfang Februar
1991 liefen wir im Fiko ein , nach etwa 110 Tagen. Ich kann |
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Etwa 2 Wochen nach unserer Ankunft, ich war zu hause, kam der “Blaue
Brief”. Der ist zwar nicht wirklich blau, hat aber dieselbe Wirkung.
Ich war, wie viele andere auch, entlassen und wenn man wollte konnte
man einen völlig unnützen Einwand erheben. Macht ja wenig
Sinn, wenn die Firma dicht macht. Arbeit zu finden zwei Jahre nach der Wende war
ja nicht so schwer, aber Arbeit zu finden, mit einem angemessenem Verdienst, ja das war
kompliziert. Ich ging von einem Vorstellungsgespräch
zum anderen und hatte schon bald das Gefühl, dass nur billige Arbeitskräfte
gesucht werden. Dazu kam noch der Frust mit der Währungsumstellung,
alles wofür man gearbeitet hatte, schien wertlos zu sein. Ich erneuerte
auch noch mal mein Seetauglichkeitszeugnis, versuchte irgendwo auf See unterzukommen, vergebens. Irgendwann,
als die Decke anfing auf dem Kopf zu fallen, erinnerte ich |
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So
schrieb ich einen Brief zum Worker Freight Service in Walvisbay und
bat um Unterstützung. Aber Auswanderung läuft in Deutschland
über das Rote Kreuz. So sprach ich da vor und bekam verschiedene
Möglichkeiten aufgezeigt. Südafrika war das neue Ziel. Man suchte
damals qualifizierte Facharbeiter und die Regierung zahlte zu 66% die
Umsiedlungskosten. Eine deutsche Arbeitsvermittlung konnte mir eine
Stelle als Modellbauer (den ich
ja gelernt hatte ) anbieten. Bei der Botschaft beantragte ich für
meine Familie und |
| Ja
so ging es am 1.April 1992 ( das ist kein Scherz ) auf in einen neuen
Lebensabschnitt. Alle Möbel waren verkauft und die letzten Tage verbrachten
wir bei
den Schwiegereltern. Mit einer Boing der SAA ging es über
Die ersten sechs Wochen verbrachten wir in einem Hotel. Die Firma, welche
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Ich lebe jetzt seit 13 Jahren
in Südafrika. Und wenn auch der Anfang schwer war und ich viele Rückschläge hinnehmen
musste, habe ich die Entscheidung nie bereut. Meinen Job musste ich
aus der Not heraus noch öfter wechseln. Ich arbeitete auch 3 Jahre
in einer Fleischerei, mal was ganz Neues und hatte nebenbei ein eigenes
kleines Geschäft, in dem ich Möbel herstellte. Wenn man im
Osten Deutschlands groß geworden ist, kann man sich schon durchbeissen. Seit
fast 9 Jahren lebe ich jetzt in Kapstadt, bin wieder verheiratet und
habe auch wieder eine Sohn. Sein Name ist Michael. Meine Frau arbeitet
als Angestellte für eine Fischereifirma, so bin ich oft im Hafen.
Die einlaufenden Schiffe kann man aber nicht vergleichen mit unseren
Supertrawlern. Manchmal kommt ein russischer Trawler rein. Da kommt
schon eher das Fernweh auf. Aber wenn ich nicht mit einem unserer Dampfer
hier gewesen wäre, dann würde ich wohl heute nicht hier leben. |
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Als ich Wilfried’s Webseite gefunden hatte und wir einige Mail’s gewechselt
hatten, kam auch bald heraus , das er eine Reise nach Südafrika
gebucht hatte. So hatte ich die
Gelegenheit ihn und seine Frau in Kapstadt kennenzulernen. Natürlich
gab es viel zu erzählen, war es auch für |
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Anmerkungen des Webmasters: Als Steffen in Südafrika einreiste, gab es noch die "Apartheit", jetzt wird bei der Arbeitsplatzvergabe die schwarze Bevölkerung bevorzugt, wenn deren Voraussetzungen gleichwertig oder ähnlich sind. Steffen hat in seiner bescheidenen Art vergessen zu erwähnen, dass er inzwischen ein Ingenieurstudium in SA abgeschlossen hat und im Management seiner Firma leitend in der Entwicklungsabteilung tätig ist. Er kann auch inzwischen ein eigenes Haus mit kleinem Pool in einer sicheren Wohngegend sein eigen nennen. |