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Gerhard Nöske
berichtet über Hochseefischerei-Begebenheiten
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"Humanitäre Hilfe"
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Du möchtest von mir gerne wissen wie es zu dem Grönlandbesuch kam. Ich erinnere mich noch an folgendes! Wir waren beim Fischfang vor der westgrönländischen Küste und hatten zu diesem Zeitpunkt das Deck voll mit Fisch liegen, als wir einen Notruf von einem westdeutschen Schiff erhielten. Wir . Es meldete sich der Trawler (Recklinghausen ). Auf dem Schiff war ein schwerer Unfall passiert. Ein Matrose war mit dem Kopf zwischen Galgen und Scheerbrett geraten. (Für Nichtkundige sei erklärt, der Kopf wurde zwischen zwei Stahlelementen eingeklemmt, wobei sich das Scheerbrett auf den Galgen zu bewegt hat. Der Matrose hatte wahrscheinlich die Aufgabe, das Scheerbrett am Galgen einzuhängen.) Es war sehr schlimm. Es stellte sich heraus, dass wir diesem Trawler am nächsten waren. Da wir einen Chirugen als Arzt an Bord hatten, boten wir unsere Hilfe an. Wir dampften aufeinander zu und der westdeutsche Kapitän hoffte, unser Arzt würde den Verunfallten auf ihrem Schiff behandeln, doch unsere Ärzte durften ja nicht die Schiffe verlassen und so musste der Matrose zu uns auf das Schiff geholt werden. Als sich die Schiffe auf Rufnähe genähert hatten, wurde von uns ein Schlauchboot ausgesetzt und der Mann mit Hilfe einer Tragbahre auf unser Schiff geholt. Nach eingehender Untersuchung durch den Schiffsarzt, stellte dieser fest, dass eine längere stationäre Behandlung für den Patienten erforderlich sei und wies deshalb eine Verlegung in ein Krankenhaus an. Der nächste Hafen war Godthab auf Grönland. Da dem Patienten nicht zugemutet werden konnte, einen Rücktransport auf sein Schiff vorzunehmen, wurde schnell alles seeklar gemacht und so dampften wir mit voller Kraft zu diesem Hafen und haben dort den Schwerverletzten abgeliefert.
Diese gute Tat unseres Schiffes hatte sich schnell auf dem Fangplatz umher gesprochen. Man zollte uns großen Respekt. Auch wurde uns von den Westdampfern von nun an oft mitgeteilt, wo der Fisch stand. Ab diesen Zeitpunkt waren wir voll anerkannt auf dem Fangplatz.Diese gute Tat hat richtig für Aufsehen gesorgt. Ich glaube 2 Reisen später war der gute Mann dann an Bord und hat sich herzlich bei der Besatzung bedankt. Auch kleine Geschenke hatte er im Gepäck. Anmerkung: Man muss wissen, dass die drei verlorenen Fangtage für das DDR-Fangschiff mit knapp 100 Besatzungsmitglieder einen Verlust von pro Tag ca. 100.000 Mark bedeutete. Man lese bitte auch meine Kritik zum Buch "Hiev up". Hiermit bestätigt ungewollt ein weiterer Zeitzeuge meine Aussagen.
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