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84. Kamps aus Hohenstein-Ernstthal 24.05.2008 - 13:31 Uhr
Hallochen an alle ehemaligen kollegen, ich lande so oft wieder auf den
seiten vom fischfang. ich bin leider nur 7 jahre gefahren, aber es war
doch meine schönste zeit, ich habe viel gesehen, musste meinen blinddarm
in namibia lassen, habe meinen mann auf dem dampfer kennengelernt, hab
auch des öfteren während einer reise innerlich gekündigt,
gerade, wenn weihnachten war....oder es reiseverlängerung gab. mein
mann ist 17 jahre gefahren und er wollte eigentlich in den seestifeln
mal sterben......klar war es nicht immer einfach, weg von zu hause, aber
ist der job jetzt und immer an land eigentlich besser????? ich wünsche
allen ein schönes wochenende ines und peter kamps, wir sind beide
auf turek gefahren....
83. Horst Seffner aus ROSTOCK 11.05.2008 - 11:41 Uhr
Allen Besuchern dieser Seiten ein frohes und harmonisches Pfingstfest.
Es soll das sonnigste Pfingsten seit 50 Jahren sein, also genießen
wir es. Freundliche Grüße Horst Seffner
82. Bernd Meyer aus Deutschland 10.05.2008 - 11:29 Uhr
Hallo Wilfried, zur Info an alle interessierte Gästebuchleser: Am
Pfingstmontag um 11.05 Uhr im MDR läuft die DEFA Komödie "Hiev
up" aus dem Jahr 1978. Spielt im Sassnitzer Fischombinat. Viel Spass
beim fernsehen.
Grüße
Bernd.
81. Hilmar Klotz aus Bayern/Karlstein/Main 30.04.2008 - 13:21 Uhr
Hallo Wolfgang und Fahrensleute!
Ja ich glaube auch, das Seezunge uns nur etwas provozieren wollte.Wolfgang
, leider kann ich mich an so Vieles nicht mehr erinnern.Damals in Norwegen
die Werftzeit war ich nicht mit dabei.Wahrscheinlich bin ich danach erst
aufgestiegen auf die Eisenach. Der andere Netzmacher war Gerd Hahn und
der Bestmann wohl hieß mit Spitznamen Maus.Nun und der I.NO war
Ulli. Mit Reinhard Sommer stehe ich ja heute noch in Verbindung, der damals
als Matrose fuhr.Ich war wohl drei Reisen auf der Eisenach. Wir waren
auf einer Reise eine kurze Zeit auf Blaue bei Cape Cod.Ich hatte damals
extra ein halbpelagisches Netz gebastelt.Gib doch mal Bescheid falls Dir
noch was einfällt. So seid herzlich gegrüßt Hilmar
80. Wolfgang Zietzschmann aus MVP/Stavenhagen 30.04.2008 - 10:54 Uhr
Hallo alle zusammen,nun muss ich mich doch auch mal zu Wort melden.Zu
unserem 1. Treffen haben ja schon viele geschrieben,so das es eigentlich
nichts hinzuzufügen gibt als das ich mich schon lange nicht mehr
so wohl gefühlt habe, wie an diesem Tag.Nichts hinzuzufügen,wenn
es nicht die
Seezunge gäbe.Wer immer das auch sein mag, aber er hat doch in gewisser
Weise auch Recht.Ich sehe diesen Beitrag als einen geschickt inzenierten
Anstoss für einen Austausch darüber, was uns über eine
lange Zeit ein tiefes Zusammengehörigkeitsgefühl bewahrt hat.Klar
war nicht alles
Sonnenschein und es war hart und hat Entbehrungen gebracht , aber letztendlich
war es immer eine tolle Zeit und das lese ich aus den Zeilen von Seezunge
heraus.Auch das harte und entbehrungsreiche sollte angesprochen werden
,denn es war doch letztendlich das,was uns dieses Zusammengehörigkeitsgefühl
beschert hat.Eigentlich hat doch der Kollege oder der Kumpel von Kammer
mehr von den heimlichen Ängsten , Sehnsüchten
und Sorgen seines Mitbewohners gewusst als dessen Angehörige , weil
man ja wenn man zu Hause war niemanden zusätzlich belasten wollte.Wir
waren
ja auf Gedeih und Verderb für mehr als 100 Tage aufeinander angewiesen
und haben dabei immer das Beste draus gemacht auch wenn das nach 60
Tagen voller Fischerei manchmal auch schwer fiel,da konnte ein fröhliches
\\\"Guten Morgen\\\" in der Messe schon mal ein gereiztes Knurren
hervorrufen.
Trotzdem musste sich Jeder 100%ig auf den anderen verlassen können
,selbst in den brenzligsten Situationen.
Hilmar hat das eigentlich richtig auf den Punkt gebracht.Hilmar,kannst
Du dich noch an den MaschAssi erinnern,der im Heldenkeller der
Eisenach mit Tiger gewohnt hat ? Ich hatte damals ein Tonbandgerät
mit für das ich mir an Land einen Umformer organisiert hatte ? Der
Alte
war damals Degner und wir lagen damals in Harstad-Norwegen in der Werft
und da ist der einzige Genosse von der Mannschaft dort geblieben.
Das war 1970 .Auf der Reise hat mir damals meine Verlobte den Ring geschickt
,er ist dann im Atlantik versunken . Auch so etwas gab es .
Ja ,ansonsten würde ich auch gern mal die Seezunge kennenlernen ?
Vielleicht ist es ja sogar ein alter Kamerad? Davon abgesehen sollte es
aber
jedem überlassen sein , ob er sein Inkognito outet oder nicht .Deshalb
ist an seiner Person nichts zu verurteilen .
Und nun zu allem ein freundliches Ahoi von Wolfgang Zietzschmann
79. Schmunzelbutt 27.04.2008 - 20:27 Uhr
..also, bitte Männer, bleibt sachlich bei der Beantwortung der Frage
78. Hilmar Klotz aus Bayern/Karlstein/Main 27.04.2008 - 20:06 Uhr
Hallo Seezunge !
Als Erstes muss ich Dir Recht geben, auch weil Kritik noch nicht groß
angesagt war. Aber wie in jeden Job gab es auch bei uns weniger gute Zeiten
oder schlechte Entscheidungen. Wer immer Recht hatte das wissen wir ja,
es war nicht der Alte. Nun zu Deine Frage, es war Gewohnheit, Hassliebe
sowie das liebe Geld was uns gehalten hat und da stecken wir heute noch
drin. Deshalb sind wir so. Die Zeit und die Erfahrungen haben uns geprägt
und zu Männern gemacht .Jeder sieht das Kombinat ja auch aus seinem
Blickwinkel. Jetzt einmal Beispiele von meiner Zeit. Wir waren auf Heimreise
mit einen Trawler Typ I , also Heldenkeller kenne ich, wir kamen von der
Georgebank und hatten Decksladung Salzhering im Fass. Also, vor den Kanal
bekamen wir eine 10 von achtern. Natürlich war das kein Grund Fahrt
aus dem Dampfer zu nehmen und schon krachte es während dem Abendbrot.
Eine rollte über uns weg. Auf Steuerbord hatten Alle den Salat um
die Ohren und der Rest kam auch noch nach. Danach sackte er noch mal durch.
Es herrschte Stille. Es waren gute 60° Kränkung. Weiter ging
es mit Halbe voraus. Schadensmeldung, Notruder weg und ansonsten war das
Bootsdeck gut aufgeräumt. Das war meine erste und letzte Reise mit
dem Alten. Noch ein Beispiel, wieder auf Heimreise auf Höhe Skagen
bekamen wir die Order Ausgang Belt anzulaufen. Was war passiert, denn
wir wollten ja in 24 Std. zu Hause sein. Es waren die Espenheim und die
Lütten-Klein welche zusammen gekracht waren und uns drei Tage Reiseverlängerung
brachten. Aber das wussten nicht die Frauen. Unsere Frauen wurden jeden
Tag verarscht. Also täglich HdH-Kombinat und zurück. Keine der
Frauen wurde aufgeklärt. Und so könnte man die Liste der Ereignisse
fortsetzen. Jetzt kommt Paul Junge dran, wer kennt ihm nicht! Mit Paulchen,
wie wir ihm nannten bin ich gerne gefahren. Es gab immer etwas zum Schmunzeln.
Ob er zum Frühstück einen Schnapsdieb suchte, nachdem wir am
Vorabend bei ihm Doppelkopf gespielt hatten oder ob er seinen kleinen
Korb suchte mit dem er die Stecker aus dem Vornetz zog bevor wir Aussetzen
konnten. Auf der Barentssee wurde ich dann noch von Paulchen zum Netzmacher
geschlagen. Der Korb tauchte nie wieder auf. Gerne bin ich auch auf der
Eisenhütte bei Gerhard Lormes oder auf der Friedrich Wolf bei Möller
und später Helmut Schulz ,ihm kann ich heute antworten, ja, er weiß
vielleicht noch was ich meine, ja und da war noch die Eisenach auf der
ich gefahren bin. Nach der Wende war ich noch in der Binnenschifffahrt
tätig. ( Musterrolle ) So, Seezunge ich kann Dir nur sagen es wird
überall geflucht aber auch hart gearbeitet und manchmal gefeiert.
Es muss bloß Alles beim Namen genannt werden. Wir sind doch keine
Weicheier!
Also, herzliche Grüße Hilmar
77. Horst Seffner 27.04.2008 - 14:00 Uhr
Ich wollte in meinem vorigen Eintrag hier ins Gästebuch sagen, dass
man sich Heute nicht über das Hochseefischerleben beklagen sollte,
denn jeder hat es selbst in der Hand gehabt, ob er es ertragen will oder
nicht. Warum wir Heute noch so zusammenhalten ? Wir haben viel geleistet
und das fern von der Familie. Die Besatzung war so etwas wie eine Ersatzfamilie
und das über Monate. Deswegen freuen wir uns Heute, wenn wir mal
einen alten Haudegen wiedersehen. Das unterscheidet uns vom Bergmann der
abends bei seiner Familie war.
Wenn das so weiter geht, werde ich noch der Hund von Baskerville.
Gruß Horst Seffner
76. Trachurus die Schildmakrele aus Mauretanien 26.04.2008 - 20:00 Uhr
Hey, Solea Du alte Zunge.
Der Horst-Dieter hat es Dir aber gegeben, obwohl er Deine Frage ja gar
nicht beantwortet hat.
Ich weiß, Du bist auch 30 Jahre zur See gefahren und bist heute
noch stolz darauf.
Der Horst braucht doch nicht gleich mit Dir zu schimpfen.
Ja, was war es denn nun, das sich die Hochseefischer heute noch in die
Arme fallen und in jeder Situation anfangen zu fischen?
Kameradschaft, Zusammenhalt, gleiche Themen, gleiche Wetterbedingungen
? Ja, schon, aber die Leute vom Bau oder im Bergwerk musste auch zusammenhalten,
und, und...
Wenn wir uns mal treffen werden wir darüber ausführlich philosophieren,
oder es hilft uns jemand bei der Meinungsbildung
75. Horst Seffner aus Rostock 26.04.2008 - 18:49 Uhr
Eine Zunge, die spricht, muss doch auch ein Ohr haben. Wenn nicht zeugt
das von wenig Zivilcourage.
Auch ich bin in einer 6-Mannkammer auf "Nationale Front" ROS
113 als Lehrling angefangen. Geheitzt wurden die vorderen Logis noch mit
Briketts. Mal war es zu heiß, meistens aber zu kalt, richtig nie.
So waren die Schiffe zu dieser Zeit eben, die Logger und Trawler. Als
die Verarbeiter gebaut wurden, konnte niemand auch nur ahnen, dass sie
einmal in den Tropen fischen würden. Sich einen nassen Arsch zu holen
oder einen kaputten Zossen an Deck zu haben, das gehört einfach zur
Fischerei.
Wer den Beruf ergriff, wusste meistens nicht so richtig was er auf sich
zu nehmen hatte. Wer die Bedingungen und Entbehrungen nicht ertragen konnte,
konnte gehen, denn es wurde niemand gezwungen bei uns in der Flotte zu
fahren. Deswegen sind wir heute stolz, dass wir trotz der harten Bedingungen
und Entbehrungen kontinuierlich gute Leistungen gebracht haben. Dazu brauchen
wir keine "Zunge" ohne Namen, sondern ein Sprachrohr, wie es
die Seiten von Wilfried sind.
Wenn die Zunge Mut hat, sollte sie sich mal melden.
Freundliche Grüße Horst Seffner
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